Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Nichts hat einen Anspruch darauf, ein Ziel der Liebe und Verehrung zu sein außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs.
Muslime die an den Imam Mahdi und Verheißenen Messias,,
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.

Eine Möglichkeit aufzustehen – sei sie auch nicht besonders nützlich – ist es, den Wecker zu stellen. Es erzeugt eine Abhängigkeit und hindert einen daran, einen festen Willen zu erlangen. Jemand, der mit der festen Absicht zum Tahajjud aufzustehen zu Bett geht, ist die ganze Nacht über in einem Zustand des Gottesdiensts. Diejenigen aber, die auf den Wecker angewiesen sind und denen die feste Entschlossenheit fehlt, werden den Wecker oft wieder ausschalten und sich wieder schlafen legen. Falls sie doch aufstehen, sind sie beim Gebet meist sehr müde und schläfrig. Ihre Abhängigkeit hält sie von Wachsamkeit und damit von einem frischen Bewusstsein ab. Unter manchen Umständen jedoch, bei Anfängern zum Beispiel, kann ein Wecker doch nützlich sein.

Es gibt dreizehn Methoden, die dabei helfen, zum Tahajjud aufzustehen. Jemand, der diese ernsthaft beachtet, wird, so Gott will, großen Nutzen aus ihnen ziehen. Auch, wenn es am Anfang einige Schwierigkeiten geben sollte, werden sie sich doch als besonders nützlich erweisen. Ich habe sie aus dem Qur-ân und den Ahadith hergeleitet. Es ist eine Gnade Allahs, dass diese Punkte, die anderen verborgen blieben, mir zugänglich wurden. Um Zeit zu sparen, werde ich nur meine Schlussfolgerungen anführen, ohne dabei die Referenzen darzulegen.

1.
Es ist ein Naturgesetz, dass alles in seinen ursprünglichen Zustand wieder zurückfällt, sobald sich ähnliche Zustände wiederholen. Im Alter treten oft Kinderkrankheiten wieder auf. Dasselbe passiert mit Vögeln und Bäumen. Dieses Gesetz kann insofern hilfreich sein, als man sich dadurch die Angewohnheit aneignen kann, nachts aufzustehen. Man sollte eine Weile nach dem Ischa-Gebet(1) das Zikr vollziehen. Je mehr Zikr man vollzieht, desto eher wird man in der Lage sein, zum Zikr vor dem Morgengebet wieder aufzustehen.

2.
Man sollte nach dem Ishaa-Gebet mit niemandem mehr sprechen. Obwohl der Heilige Prophet(saw) auch nach dem Ishaa-Gebet Gespräche forführte, hat er es grundsätzlich verboten.Dazu gibt es zwei Gründe: Erstens kann es sein, dass spät zu Bett gegangen wird, wenn angefangen wird, sich zu unterhalten, so dass man nicht mehr imstande sein wird, früh aufzustehen. Zweitens kann ein Gespräch, das nicht den Glauben zum Gegenstand hat, die Aufmerksamkeit zerstreuen. Man sollte in einem Zustand schlafen gehen, wenn man über den Glauben nachsinnt, so dass man wieder in einem ähnlichen Zustand erwacht. Es ist nicht verboten, Büroarbeit oder ähnliche wichtige Aufgaben nach dem Ishaa-Gebet fortzuführen. Aber in diesem Fall sollte man lieber eine Weile das Zikr vollziehen, bevor man sich schlafen legt.

3.
Bevor man sich schlafen legt, sollte man die Wudhu (die rituelle Waschung) vollziehen, auch wenn man bereits im Zustand der Wudhu ist. Es beeinflusst das Herz und erzeugt eine besondere Art der Frische. Wenn man in diesem Zustand der Frische zu Bett geht, wird man in selbigem wieder erwachen. Das ist eine allgemeine Beobachtung. Jemand, der glücklich ins Bett geht, wird wieder glücklich erwachen, wiederum wird jemand, der unglücklich ins Bett geht, unglücklich erwachen. Mit der Wudhu wird man genauso frisch wieder aufwachen, wie man sich schlafen gelegt hat. Darüber hinaus wird es das Aufstehen erleichtern.

4.
Vor dem Einschlafen sollte man eine Weile das Zikr vollziehen. Dies wird dazu führen, dass man eher zum Zikr in der Nacht aufstehen kann. Der Prophet(saw) pflegte vor dem Schlafengehen wie folgt das Zikr zu vollziehen: Er rezitierte die Ayatul-Kursi (Vers 2:256) und die letzten drei Kapitel des Qur-ân; dann pustete er zart in seine Hände und strich sie dreimal leicht über seinen Körper. Dann legte er sich zu seiner Rechten und sagte:

„Allahumma inni aslamto nafsi ilaik wa wajjahtu waj’hi Ilaik Wa fawwadztu amri ilaik raghbatun wa rahbatun ilaik. La malja’a wala manja’a minka illa ilaik. Allahumma aamunto bikitabikalladhi anzalta wa nabiyyikalladhi arsalta”,

das heißt,

„O Allah, ich übergebe mich Deinem Schutz, richte mein Antlitz Dir gegenüber und weise Dir all meine Angelegenheiten zu. Da ist weder Zuflucht noch Schutz außer Dir Selbst. Ich glaube an Dein Buch, welches Du offenbartest und an Deinen Prophet(saw), den du sandtest.“ (Tirmidhi, kitab ul Dawad)

Alle Gläubigen sollten dieses Zikr vollziehen und dann mit einem anderen Zikr fortfahren, bis sie einschlafen. Eine wichtige Rezitation für diese Zeit ist:

„Subhan Allah wa bi Hamdihi Subhan  Allah hil Azeem”, das heißt,Heilig ist Allah, der Höchste; heilig ist Allah, der Größte.

In dem Zustand, in dem eine Person sich schlafen legt, befindet er sich die ganze Nacht über. Wenn jemand während des Tasbeeh (Glorifizierung Gottes) und Tahmeed (Preisung Gottes) einschläft, so wird er diesen geistigen Zustand die ganze Nacht über wahren. Eine allgemeine Beobachtung zeigt, dass Frauen oder Kinder, welche unruhig oder von Schmerzen geplagt zu Bett gehen, weinen, wenn sie sich von einer Seite zur anderen drehen. Ähnlich wird jemand, der während des Tasbeeh einschläft, auch das Tasbeeh rezitieren, wenn er sich von einer Seite zur anderen wendet. Gott der Allmächtige, sagt im Heiligen Qur-ân:

„Ihre Seiten halten sich fern von (ihren) Betten; sie rufen ihren Herrn an in Furcht und Hoffnung und spenden von dem, was Wir ihnen gegeben haben.” (32:17)

Einen zufälligen Beobachter wird es nicht so erscheinen, als würden Muslime sich von ihren Betten fern halten. Der Heilige Prophetsaw legte sich genauso schlafen wie alle anderen Muslime auch. Tatsache ist indes, dass ihr Schlaf in Wirklichkeit gar keiner ist; es ist eine Form von Tasbeeh. Sie scheinen zwar zu schlafen, aber sie tun es nicht. Ihre Seiten halten sich fern von ihren Betten, sie sind im Gedenken ihres Herrn beschäftigt.

5.
Man muss zur Schlafenszeit fest entschlossen sein, für das Tahajjud aufzustehen. Allah hat dem Menschen die Kraft gegeben, den Geist dem Willen unterzuordnen. Philosophen haben dieses Prinzip ebenfalls akzeptiert. Man muss zur Schlafenszeit nur fest entschlossen sein, zum Tahajjud aufzustehen, dann wird der Geist wach sein, während der Körper schläft, so dass man zur gewünschten Zeit wid aufstehen können.

6.
Die sechste Methode ist für diejenigen, die sehr stark im Glauben sind. Statt das Witr (drei Rakaats, die nach dem Ishaaa-Gebet verrichtet werden und als sehr wichtig erachtet werden) nach dem Ishaa zu beten, sollte man es bis zur Tahajjud-Zeit aufschieben. Gewöhnlich ist es so, dass Leute ihre Pflichtgebete regelmäßig verrichten, in den freiwilligen aber nachlässig sind. Das Witr ist Wajib, das heißt, es ist zwar nicht obligatorisch, wird aber als sehr wichtig angesehen. Wenn man die Wajib mit den Nawafil kombiniert, festigt es den Beschluss, beide zu entrichten. Die Seele wird keine Ruhe finden, ehe beide entrichtet sind. So wird auch das Nawafil mitgebetet. Jemand, der bereits das Witr vollzogen hat, könnte zum Tahajjud nicht aufstehen, obwohl er wach ist. Seine Seele würde sich entspannt fühlen. Aber wenn das Witr immer noch fällig ist, wird die Seele unruhig und wird ihn wecken. Aber dies sollten nur diejenigen machen, die im Glauben fortgeschritten sind. Die Schwächeren könnten auf diese Art auch des Witrs verlustigt gehen.

7.
Es gibt noch eine Methode für die Fortgeschritteneren: Man beginnt nach dem Ishaa-Gebet damit, Nawafils zu beten und fährt darin fort, bis man einnickt und vom Schlaf überwältigt wird. Obwohl dadurch der Gesamtschlaf reduziert wird, werden sie sich zur Zeit des Tahajjud wieder wach vorfinden. Diese Methode ist eine Übung für die Seele.

8.
Sufis, die zum Verschlafen neigen, tauschen meist ihre weichen Betten gegen härtere aus.

9.
Man sollte einige Stunden vor dem Schlafengehen essen. Am besten vor dem Maghrib-Gebet oder unverzüglich danach. Manchmal ist der Geist zwar anwesend, aber nicht der Körper. Der Körper verhält sich wie ein Joch; wenn das Joch zu schwer wiegt, dann erwürgt es die Seele. Der Bauch sollte zur Schlafenszeit nicht voll sein. Es hat eine schlechte Wirkung auf das Herz und macht faul.

10.
Man sollte sich nicht in einem unreinen Zustand schlafen legen. Engel schließen sich denjenigen an, die rein sind. Den Unreinen nähern sie sich nicht. Einmal wurde dem Propheten Muhammad(saw) etwas angeboten, was stark roch. Er aß es nicht, aber erlaubte seinen Gefährten, es zu essen. Er erklärte ihnen, dass Engel, die ihn oft besuchen kamen, solche Gerüche nicht mochten.

Engel verachten Schmutz. Als sich Hadhrat Khalifatul Masih I(ra) ohne seine Hände nach dem Essen zu waschen schlafen legte, träumte er, dass ihm sein älterer Bruder den Qur-ân reichen wollte, doch als er ihn annehmen wollte, da zog er ihn wieder weg und sagte ihm, dass er den Qur-ân nicht berühren solle, da seine Hände schmutzig seien. Körperliche Sauberkeit beeinflusst die Reinheit des Herzens. Denjenigen, die sauber sind, werden Engel dabei helfen, aufzustehen, den Unreinen werden sich die Engel nicht nähern. Demnach ist auf die Sauberkeit des Körpers zu achten.

11.
Das Bett sollte ebenfalls sauber sein. Viele ignorieren diese Angelegenheit. Man sollte sich vor Augen halten, dass der Geist direkt durch die Sauberkeit des Bettes beeinflusst wird. Darauf sollte man besonders achten.

12.
Ehemann und Ehefrau sollten es vermeiden, im selben Bett zu schlafen. Unter gewöhnlichen Muslimen kann dieses Verhalten der Spiritualität schaden, spirituell Fortgeschrittene jedoch beeinflusst es nicht. Der Heilige Prophet(saw) schlief in den selben Betten wie seine Frauen. Er hatte einen erhabenen spirituellen Status inne, seine Spiritualität geriet dadurch nicht in Gefahr. Gewöhnliche Muslime jedoch sollten achtsam sein, sinnliche Begierden beeinflussen die Spiritualität nachteilig. Deswegen lehrt der Qur-ân:

„ (…) esset und trinket, doch überschreitet das Maß nicht (…)“ (7:32)

Warum verbietet uns der Islam, die Grenzen zu überschreiten? Weil es der Spiritualität schadet. Personen, die sich selbst unter Kontrolle haben, werden nicht Schaden leiden, gewöhnliche Muslime jedoch mögen sich in Leidenschaften verstricken. Das fügt der Spiritualität Schaden zu und verhindert das Aufstehen zum Tahajjud.

13.
Eine weitere Methode, wodurch man zum Tahajjud aufstehen kann und darüber hinaus sich auch vor Schwächen und Sünden schützt, ist, dass man sich vor dem Einschlafen einer Selbstkontrolle unterzieht. Man sollte sich überlegen, ob man gegen irgendjemanden Böswilligkeit, Groll, schlechte Gedanken oder Vorurteile verspürt. Falls ja, sollte man dies unbedingt beseitigen. Die Reinheit, die man dadurch erlangt, wird dabei behilflich sein, zum Tahajjud aufzustehen. Das Herz sollte zur Schlafenszeit absolut rein sein. Falls man glaubt, dass solche Gedanken doch auftauchen oder berechtigt sind, sollte man darüber nachdenken, dass man die Möglichkeit hat, sich damit tagsüber zu beschäftigen und es nicht nötig ist, darüber nachts nachzusinnen. Wenn man sich dann einmal gedanklich davon entfernt hat, werden sie auch kaum wieder auftreten. Am Tage wird man sowieso anderweitig beschäftigt sein, so dass diese Gedanken nicht mehr auftreten, und wenn, dann werden sie an Ernsthaftigkeit verloren haben. Wenn man sich nachts auf diese Weise reinigt, wird man ganz bestimmt in der Lage sein, zum Tahajjud zu erwachen.