Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Nichts hat einen Anspruch darauf, ein Ziel der Liebe und Verehrung zu sein außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs.
Muslime die an den Imam Mahdi und Verheißenen Messias,,
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.
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Nun möchte ich ein Thema behandeln, auf das ich oft angesprochen werde. Es geht um die Aufrechterhaltung der Konzentration im Gebet. Sie werden wahrscheinlich bereits selbst einige der Methoden praktizieren, die ich beschreiben werde. Wenn Sie diese richtig angewendet haben, werden Sie sich von ihren positiven Ergebnissen bereits überzeugt haben.

In der Scharia sind bereits einige Regeln zur Aufrechterhaltung der Konzentration im Gebet vorgeschrieben. Ich werde dazu noch einige Techniken hinzufügen, welche allgemeinhin nicht bekannt, aber trotzdem hilfreich sind.

Lassen sie mich mit einem allgemeinen Prinzip beginnen: Jemand, der wirklich Vertrauen in eine von ihm angewandte Technik hat, wird größeren Nutzen daraus ziehen. Sando war ein erstklassiger Bodybuilder in Europa. Er sagte:

„Training ist wichtig für die Gesundheit, aber zur selben Zeit müssen sie auch fest davon überzeugt sein, dass ihre Arme und Muskeln stärker werden.“

Die Arme werden zwar durch das Training stärker, aber wenn sie zur gleichen Zeit auch fest daran glauben, dass ihr Körper sich stärkt, dann wird es naturgemäß einen zusätzlichen Einfluss darauf haben. Ohne solch einen Glauben geht ein großer Teil des potentiellen Effektes verloren und der Nutzen wird reduziert.

Regeln aus dem islamischen Recht zur Aufrechterhaltung der Konzentration

Folgende Regeln weist die islamische Scharia zur Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit auf:

1.
Die Durchführung der Wudhu (rituelle Waschung) ist vor dem Beginn eines jeden Gebetes sehr wichtig. Gott der Allmächtige hat Wege erschaffen, um Gedanken und Gefühle miteinander kommunizieren zu lassen. Eines davon ist das Nervensystem. Es wirkt als Kanal zur Übertragung der Gefühle eines Menschen zu einem anderen. Der Heilige Prophet(saw) pflegte das Ayatul Kursi (Vers 2:256) zu rezitieren, dann auf seine Hände zu pusten, welche er anschließend sanft über seinen Körper strich. Glauben sie, dies wäre nicht eine ernst zu nehmende Handlung? Nein! In Wirklichkeit ist es so, dass Gedanken von einer Person zu einer anderen durch das Nervensystem, den Gedanken und die Stimme transportiert werden. Der Heilige Prophet(saw) brachte alle Kanäle unter Kontrolle, indem er das Ayatul Kursi mit seiner Stimme rezitierte, dann auf seine Hände pustete und sie dann über seinen Körper bewegte.

Kurzum, die Stimme, das Nervensystem, die Sicht und der Atem sind allesamt Wege, über die Gedanken ausgedrückt werden können. Aus diesem Grunde rezitieren rechtschaffene Muslime, inklusive dem Heiligen Prophet(saw), um vollen spirituellen Nutzen zu erzielen auch bestimmte Worte während sie hinaufpusten oder ihre Körper berühren.

Da das Nervensystem ein Kanal für das Ausdrücken von Gedanken ist, hat uns der Heilige Prophet(saw) dazu angewiesen, die rituelle Waschung zu vollziehen, um unsere Gedanken zu reinigen. Die Hauptausgänge für das Ausdrücken von Gedanken sind der Mund, die Arme und die Füße. Sie müssen gesäubert werden. Experimente zeigen, dass wenn der Mund, die Arme und die Beine mit Wasser gewaschen werden, die Kette schlechter Gedanken unterbrochen wird.

Die Waschung unterbricht belanglose Gedankengänge und schafft Ruhe und Behaglichkeit. Dies wiederum fördert die Konzentration. Bleiben Sie während der Durchführung der Wudhu der festen Überzeugung, dass Sie dabei sind, alle zerstreuten Gedanken zu verbannen. Mit dieser Haltung werden Sie zusätzliche Behaglichkeit erfahren und ihre Gedanken werden nicht abgelenkt. sein.

2.
Ein anderes Mittel zur Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit im Gebet ist, die Gebete zusammen mit der Gemeinde in der Moschee darzubringen.

Menschliche Gedanken arbeiten durch einen Assoziationsprozess. Wenn Max Moritz trifft, fragt er ihn nach seinen Sohn Alexander. Obwohl Alexander gar nicht anwesend ist, erinnert ihn das Treffen mit Moritz an ihn. So funktioniert das menschliche Gehirn: Wenn man etwas sieht, erinnert man sich automatisch an Dinge, die damit assoziiert sind. Wenn jemand seine Gebete an einem Ort darbringt, welcher das Haus Gottes genannt wird und wo Tag und Nacht Gebete dargebracht werden, wird er sicherlich daran denken, vor Gott zu stehen, um dessen Anbetung dieses Gebäude errichtet wurde. Er wird das Gefühl haben, seinen Herrn reinen Herzens zu gehorchen. Der Heilige Prophet(saw) hat Muslimen die Anweisung erteilt, einen besonderen Ort in ihren Häusern für das Gebet zu bestimmen. (Mishkat, Kitab ul Manasik) Dort zu beten, wird sie daran erinnern, dass dieser Ort für das Gebet bestimmt ist. Es mag einige unter Ihnen geben, die diese Erfahrung nie in den Moscheen gemacht haben, jetzt aber wurde ihnen dieser Punkt erläutert und Sie werden dazu in der Lage sein, die Moscheen mit so einer Einstellung aufzusuchen. Dies wird Ihnen dabei behilflich sein, unsinnige Gedanken unter Kontrolle zu bringen, sich auf den Gebetsakt zu konzentrieren und wahren Frieden zu finden.

3.
Die Anweisung, sich Richtung Kaaba (das erste Haus Gottes in Mekka) zu wenden, ist ebenso konzentrationsfördernd. Die Stadt Mekka hat vielerlei Vorzüge. Genau an diesem Ort ließ ein Geliebter Gottes, Abraham(as), in Gehorsam zu Ihm, seine Frau und sein Kind ohne Vorsorge und Schutz zurück. Da er es um Gottes Willen tat, hat sich seine Nachkommenschaft enorm vervielfacht, ja, ist so zahlreich geworden wie die Sterne am Himmel. Viele Propheten sind aus seiner Nachkommenschaft hervorgegangen. Und schließlich kam auch jene Person aus seiner Nachkommenschaft hervor, die dazu bestimmt war, die ganze Menschheit zu reformieren.

Jemand, der sein Antlitz Richtung Mekka wendet, wird durch Ismaels(as )Opfer inspiriert. Er wird an die großartige Ehre und Majestät seines Herren erinnert werden, zu dessen Anbetung er sich aufgestellt hat. Diese Erinnerung ist dabei behilflich, zerstreute Gedanken auszumerzen und führt zur Vergegenwärtigung der Größe und Glorie Allahs.

4.
Die Ausrufung des Adhan (Gebetsruf) ist ebenso konzentrationsfördernd. Die Ausrufung von „Allaho Akhbar, Allaho Akhbar“ („Allah ist der Größte, Allah ist der Größte“) erinnert die Anbetenden daran, dass Allah, um dessen Willen sie sich versammelt haben, der Größte ist. Dies wird die Konzentration in Ihren Gebeten fördern. Der Heilige Prophet(saw) sagte, dass die Ausrufung des Adhan Satan in die Flucht schlägt.

Jemand, der sich den Sinn des Adhan, nämlich die Größe und Glorie Allahs auszudrücken, vergegenwärtigt, wird seine Weisheit zu schätzen wissen. Nachdem Sie nun die Philosophie des Adhan kennen, werden Sie sich daran erinnern, wenn er ausgerufen wird und so vollen Nutzen daraus ziehen. Sobald die Erinnerung an die Größe und Glorie Gottes ihr Bewusstsein eingenommen hat, werden andere Gedanken verschwinden und sie werden sich konzentrieren können.

5.
Iqamat, die kürzere Version des Adhan kurz vor dem Beginn des Salât in einer Gemeinschaft, macht ebenfalls auf die Größe und Glorie Gottes aufmerksam. Alle Punkte, die hinsichtlich des Adhan genannt wurden, gelten auch hier. Der Heilige Prophet(saw) sagte, dass auch das Iqamat Satan in die Flucht schlägt. (Muslim, Kitab ul Salat) Er meint damit, dass das Iqamat schlechte Einflüssterungen beseitigt und die Konzentration in den Gebeten fördert.

6.
Ordnung in äußerlichen Einrichtungen schafft auch gedankliche Ordnung und sorgt dafür, dass sich die Gedanken nicht zerstreuen. Sobald die Betenden sich in Reih und Glied zum Gebet aufstellen, werden auch tiefere Gedanken in Ordnung gebracht. Wie Ehrfurcht einflößend die Gebetsreihen doch wirken – alle vor dem König der Könige in absoluter Stille! Der Heilige Prophet(saw) sagte: „Haltet eure Reihen gerade, damit eure Herzen demütig werden.“ (Muslim, Kitab ul Salat) Was ist der Sinn dieser Reihen? Kurzum, äußerliche Unordnung sollte die innere spirituelle Ordnung nicht gefährden.

7.
Das siebte Mittel zur Konzentrationsförderung ist die Formulierung der Niyat (Absicht), denn wenn sie ihrem Geist etwas vorschreiben, wird dieser sich auch darum bemühen. Niyat bedeutet nicht, dass sie den Namen des Imams (Vorbeter), die Anzahl der Rakaas und die Richtung Kaaba nennen müssen. Die Absicht, das Gebet zu verrichten, sollte im Herzen Wurzeln fassen.

Es wird erzählt, dass jemand eine Neurose in Bezug auf die Niyat entwickelt hatte, insbesondere wenn es um die Benennung des Imams ging. Stand er in einer Reihe hinter anderen, war er unzufrieden, wenn er sagte „hinter diesem Imam“. Er befürchtete, dass wenn andere Leute zwischen ihm und dem Imam stehen würden, er nicht wirklich „hinter diesem Imam“ stünde. Daraufhin ging er stetig weiter nach vorne, bis er den Imam berührte und dann sagen konnte „hinter diesem Imam“. Diejenigen, die unter solch einem Aberglauben leiden, irren. Sie leiden unter den Folgen, wodurch die Niyat zu einer unnötigen Last wird. In Wirklichkeit ist die Absicht an das Herz gebunden.

Wenn Sie sich zum Gebet hinstellen, denken Sie ganz bewusst an das Gebet. Denken Sie daran, was Sie zu tun gedenken. Sobald Sie das verstanden haben, werden Sie damit anfangen, Demut zu entwickeln und sich zu konzentrieren.

8.
In gemeinsamen Gebeten wiederholt der Imam Worte, die die Gottesfurcht einflößen. Jeder, der sich ablenken lässt, wird durch sie zurückgeholt. Wenn „Allaho Akbar“ ausgerufen wird, wird er gewarnt: „Schärfen Sie ihre Aufmerksamkeit, denn Der, vor dem wir stehen, ist der Größte.“ Wenn sich Ihre Gedanken dann nach einer Weile zerstreuen sollten, wird

– „Sami Allaho liman Hamidah“ („Allah hört das Gebet dessen, der Ihn preist.“),

so dass man sich daran erinnert, dass man Allah zu preisen hat, wenn man Nutzen aus dem Gebet ziehen will, und andernfalls nur seine Zeit verschwenden würde.

Wiederholte Ermahnungen des Imams sorgen dafür, das die Nachbeter wachsam und aufmerksam bleiben. Aus diesem Grunde steht der Imam auch eine Reihe vor den Nachbetern. Er erinnert sie immer wieder daran, dass sie vor dem großartigsten aller Könige stehen und sich daher mit voller Aufmerksamkeit hinstellen sollten.

9.
Der Islam hat für das Gebet nicht nur eine Körperhaltung festgelegt, sondern verschiedene. Wenn die Gedanken eines Betenden sich zerstreuen, so wird er durch den Vollzug der Rukuu (Beugung) und Sajdah (Niederwerfung) an seinen zerstreuten Zustand erinnert. Selbst wenn er diese Gebetshaltungen aus Gewohnheit heraus vollzieht, machen ihn wichtige Bewegungen wachsam. Gottesdienste aus anderen Religionen weisen nicht solche Charakteristika auf; sie sind nur dem Islam zu eigen.

10.
Die Verrichtung der Sunnahs vor und nach den vorgeschriebenen Gebeten fördert ganz besonders die Konzentration in den vorgeschriebenen Gebeten (Fardh).

Es ist ein Naturgesetz, dass sich die Anzeichen kommender Ereignisse bereits vor ihrem Erscheinen bemerkbar machen und ihre Nachwirkungen sich nach ihrem Erscheinen fortsetzen. Zum Beispiel ist schon vor dem Sonnenaufgang Licht zu sehen, welches auch noch nach dem Sonnenuntergang wahrgenommen werden kann. Ähnlich können wir beobachten, dass manch sorgenvoller Gedanke das Bewusstsein auf Kosten anderer Gedanken dominieren kann. Anliegen, die im Einklang mit persönlichen Wünschen stehen, oder solche, die zu Behagen führen, oder solche, deren Nichtvorhandensein abträglich sein könnte, übertönen andere Anliegen und okkupieren das Bewusstsein. Wenn jemand mit einer besonders nützlichen, gefährlichen, angenehmen oder interessanten Aufgabe beschäftigt ist, wird er gedanklich abgelenkt sein und sich nicht gleichzeitig auf eine andere Sache konzentrieren können. Denken sie zum Beispiel an einen Büroarbeiter. Wenn er sich nach seiner Büroarbeit noch mit einer persönlichen Aufgabe beschäftigen muss, wird er bereits ein oder zwei Stunden vor dem Feierabend an sie denken. Ähnlich wird er nach Feierabend weiter an seine Büroarbeit denken, wenn er dort eine wichtige Aufgabe zu bewältigen hatte. Nur nach einer gewissen Zeit wird er wieder in der Lage sein, sich auf andere Dinge vollkommen einzulassen. Der Heilige Prophet(saw )hat Sunnahs vor und nach den Fardh-Gebeten vorgeschrieben, um sicher zu stellen, dass das Fardh nicht durch Gedanken, die durch den Kopf wandern, gestört wird. Solche Störungen werden durch den Vollzug der Sunnahs unterdrückt und man wird darauf vorbereitet, aufmerksam das Fardh zu beten. Ähnlich wurden auch Sunnahs nach den Fardh-Gebeten deswegen festgesetzt, um das Bewusstsein freizuhalten von Gedanken zu Anliegen, die nach dem Gebet anstehen. Dadurch wird das gesamte Fardh-Gebet geschützt. Wie ich bereits erwähnte, lässt sich das Bewusstsein dann am meisten ablenken, wenn eine Aufgabe kurz vor ihrer Beendigung steht und die zweite Aufgabe ansteht. Jemand, der am Ende seines Fardh-Gebetes angelangt ist, das Sunnah-Gebet aber noch zu entrichten hat, wird anderweitige Gedanken noch unterdrücken können. Dies ist einer der Hauptgründe für die Festsetzung der Sunnahs.

Der Heilige Prophet(saw) hat die Anzahl der Sunnahs im Einklang mit den Erfordernissen des Tagesablaufs festgesetzt.

Die Zeit des Zuhr-Gebetes (früher Nachmittag) ist die Zeit, zu der man am stärksten in den unterschiedlichsten Angelegenheiten des Tages eingebunden ist. Er setzte deshalb zwei oder vier Sunnahs vor und nach dem Fardh fest. Er hat somit zwei Wachen aufgestellt, die das Fardh vor Gedanken, die es stören könnten, schützen.

Vor dem Asar (später Nachmittag) gibt es zwar keine Sunnahs, dafür aber Nawafils – man mag sie verrichten, oder auslassen -, weil es die Zeit ist, in der die geschäftlichen Beschäftigungen zum Ende kommen. Das Gebet zu dieser Zeit ist daher sehr kurz. Dafür gibt es aber das Zikr zwischen dem Asar und dem Maghrib (Gebet zum Sonnenuntergang).

Es gibt keine Sunnahs vor dem Maghrib, weil diese Zeit in der Regel sehr kurz ist, dafür gibt es aber das Sunnah nach dem Maghrib. Das Abendessen wird in der Regel nach dem Maghrib eingenommen. Die zwei Sunnahs schützen das Bewusstsein vor Ablenkungen durch die bevorstehende Mahlzeit oder ähnlichen Angelegenheiten.

Vor dem Ishaa (Abendgebet) gibt es keine Sunnahs, weil die Art der Aktivitäten vor dem Ishaa das Bewusstsein in der Regel nicht sehr stark beschäftigen. Dafür gibt es aber die Sunnahs und das Witr nach dem Ishaa, welche die Aufmerksamkeit vor dem Gedanken an den Schlaf schützt. Das Witr kann auch später gebetet werden.

Es gibt zwei Sunnahs vor dem Fadjr (Morgengebet). Sie dienen der Überwindung noch eventuell vorhandene Schläfrigkeit. Weil in der Regel direkt nach dem Fadjr keine Aufgaben zu erledigen sind, die das Bewusstsein beschäftigen könnten, muss man nach dem Fadjr keine Sunnahs mehr entrichten. Indes ist zwischen dem Fadjr und dem Sonnenaufgang das Zikr vorgeschrieben.

All die oben genannten Methoden dienen der Aufrechterhaltung der Konzentration im Gebet und sind aus der Scharia entnommen worden. Sie können vollen Nutzen daraus ziehen, wenn Sie die Philosophie, die diesen Methoden zugrundeliegt, zur Gänze begreifen und sich ständig der Weisheit, die in diesen Praktiken zu finden sind, bewusst sind. Ich habe sie detailliert erläutert, damit Sie in die Lage versetzt werden, sie in ihrer Gänze zu verstehen. So Gott will, werden diejenigen, die diese Methoden praktizieren und sich dabei der dahinterliegenden Philosophie bewusst sind, großen Nutzen daraus ziehen.

Es sollte außerdem daran gedacht werden, dass das Gebet genau so seine Bestandteile hat, wie der menschliche Körper. Diese Bestandteile sind die Wörter, die in den unterschiedlichen Positionen während des Gebets, also während des Stehens, Beugens, der Niederwerfung und des Sitzens, rezitiert werden. Achten Sie ganz besonders auf jeden einzelnen Bestandteil des Gebets, ansonsten wird Ihr Gebet schwächeln, bis es komplet daniederliegt.

Weitere Methoden zur Förderung der Konzentration

Ich möchte nun zu den Methoden kommen, die nicht in der Scharia gefordert werden, aber trotzdem hilfreich sind.

11.
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, dann rezitieren Sie die Wörter langsam. Das menschliche Gehirn ruft augenblicklich Dinge auf, die es schon häufig wahrgenommen hat, hat aber Schwierigkeiten, Dinge aufzurufen, die es bislang selten wahrgenommen hat. Wenn Sie jeden Tag Max sehen, werden Sie sich gleich ein Bild von ihm machen, wenn Sie ihn aber nur gelegentlich sehen, werden Sie dafür eine Weile brauchen und darüber hinaus wird das Bild, das Sie sich von ihm machen, nicht ganz klar sein. Ähnlich macht man sich schnell bildhafte Assoziationen, wenn man eine Sprache gebraucht, die man in der Kindheit erlernt hat. Wenn dann Wörter wie Wasser oder Brot ausgesprochen werden, macht sich das Bewusstsein sofort ein geistiges Bild davon. Dies ist bei Fremdsprachen aber nicht der Fall. Das Bewusstsein macht sich erst nach einer Weile ein Bild vor seinem geistigen Auge. Wenn Kinder Englisch lernen und dann ein Wort (wie Katze) aussprechen, wird es ihnen nicht mehr als ein bloßes Wort erscheinen. Wenn aber das betreffende Wort in ihrer Muttersprache ausgesprochen wird, dann machen sie sich sofort ein Bild davon.

Viele nicht-arabischen Muslime, die mit der arabischen Sprache nicht vertraut sind, haben Konzentrationsschwierigkeiten. Konzentration erfordert, dass die Bedeutungen der Wörter fest im Kopf verankert sind. Ansonsten können die den Wörtern entsprechenden bildhaften Assoziationen nicht sofort konstruiert werden. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass Sie im Gebet bereits den vierten Vers der Sura Al-Fatiha „Iyyaka Nabodo“ („Dir allein dienen wir“) aufsagen, während ihr Bewusstsein immer noch dabei ist, sich ein Bild des zweiten Verses „Arrahma nir Raheem“ („ der Gnädige, der Barmherzige“) zu machen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit beeinflusst und die Segnungen des Gebets verringern sich.

Es ist für diejenigen, die der arabischen Sprache nicht mächtig sind, notwendig, die Wörter langsam zu rezitieren. Solange Sie sich nicht ein klares Bild der Bedeutung eines Satzes vor dem geistigen Auge gemacht haben, sollten Sie nicht zum nächsten Satz übergehen. Sie sollten –

„Bismilllahir Rahmanirrahim“ („Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“)

sagen und versuchen, sich ein klares Bild über dessen Bedeutung zu machen. Sie sollten nicht mit –

„Alhamdolillahi Rabbil Alamin“ („Aller Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten“)

fortfahren, solange Ihnen die Vorstellung des vorigen Satzes nicht lebhaft und klar gegenwärtig ist. Das selbe gilt auch für den darauf folgenden Satz –

„Ar Rahman nir Rahim“ („dem Gnädigen, dem Barmherzigen“).

Solange Sie sich nicht an solch langsame und wohlüberlegte Rezitation gewöhnen, werden die Wörter, die Ihre Lippen formen, nicht mit den Vorstellungen in Ihrem Geiste übereinstimmen.

Sogar diejenigen, die der arabischen Sprache mächtig sind, werden Nutzen aus einer langsamen Rezitation ziehen. Obwohl Sie dazu fähig sind, die Bilder schnell aufzurufen, wird Ihnen Ihre schnelle Rezitation nicht genug Zeit lassen, einen den Bedeutungen entsprechenden Herzenszustand zu erreichen. Ebenso sollten Sie den Heiligen Qur-ân langsam rezitieren und ihn mit häufigen Pausen betonen.

Etwas langsam vorzutragen, ist nicht nur beim Lesen des Heiligen Qur-ân eine gute Angewohnheit, sondern auch bei der Erteilung von Rat und Ermahnung. Hadhrat Abu Huraira(ra) war einmal dabei, ein Hadith schnell und laut zu erzählen. Hadhrat Ayesha(ra) fragte, wer er war und was er tat. Er stellte sich vor und fügte hinzu, dass er dabei war, ein Hadith des Heiligen Propheten(saw) zu erzählen. Sie fragte daraufhin:

„Ist dies die Art und Weise, wie der Heilige Prophet(saw) seine Gespräche führte?“

Hadhrat Abu Huraira(ra) hatte darauf keine Antwort. Die Art und Weise, wie der Heilige Prophet(saw) sowohl in Rezitationen als auch in allgemeinen Gesprächen verfuhr, war immer wohl überlegt. Handeln auch Sie nach dieser Weise. Dies wird Widersprüche zwischen Ihren ausgesprochenen Wörtern und den Bildern in Ihrem Geiste vermeiden. Es ist ein exzellentes Mittel zur Aufrechterhaltung der Konzentration.

12.
Das zwölfte Mittel wurde vom Heiligen Propheten(saw) verwendet. Er hat angewiesen, dass die Augen während des Gebets auf den Ort der Niederwerfung fixiert sein sollten. Viele Leute ignorieren diese Anweisung. Sie schließen ihre Augen und denken sich, Sie würden dadurch ihre Konzentration fördern. So ist das aber nicht. Konzentration kann nur erreicht werden, wenn man seine Augen offen hält. Aus diesem Grunde hat der Heilige Prophet(saw) angewiesen, die Augen offen zu halten. Shahabuddin Suherwadi sagt in seinem Buch Awafiful Maarif (Band 2, S. 15), dass die Augen während der Rukuu (dem Beugen) zwischen den beiden Füßen fokussiert sein sollten. Ich stimme diesem Vorschlag zu. Es ist vorteilhaft für die Augen und erzeugt Demut.

Es liegt große Weisheit darin, die Augen auf eine Stelle zu fixieren. Es ist ein Merkmal der menschlichen Natur, dass wenn immer sie einen ihrer Sinne zur Gänze beansprucht, die anderen ungenutzt bleiben. Wenn die Augen vollkommen beansprucht werden, wird das Hörvermögen nicht mehr genutzt. Wenn Sie dann jemand ruft, werden Sie es nicht hören. Ähnlich wird Ihr Geruchssinn nicht funktionieren, wenn das Hörvermögen stark beansprucht wird. Wenn Sie von Ihrem Geruchsinn stark Gebrauch machen, werden andere Sinnesorgane nicht mehr funktionieren. Indes, wenn kein Sinn mehr beschäftigt ist, dann werden allerlei Gedanken in ihr Bewusstsein strömen. Wenn die Augen im Gebet stark beansprucht werden, werden ihre Gedanken nicht mehr umherwandern.

Dieses Phänomen wurde bereits durch physiologische Experimente bewiesen. Denken sie doch nur daran, dass der Heilige Prophet(saw )diese Anweisung bereits vierzehn Jahrhunderte zuvor gegeben hatte, in einer Zeit, zu der wissenschaftliche Entdeckungen dieser Art noch nicht gemacht wurden. Darüber hinaus identifizierte er genau jenen Sinn, der in Anspruch genommen werden muss, um das unkontrollierte Umherwandern von Gedanken zu unterbinden. Der Geruchs- oder Gehörsinn kann diese Funktion nicht erfüllen, weil seine Arbeit oft unbewusst verrichtet wird. Um den Geruchssinn für o. a. Zweck einzusetzen, ist es erforderlich, eine Vorkehrung einzurichten, über die verschiedene Duftstoffe wahrgenommen werden können. Wenn nun verschiedene Personen mit unterschiedlichen Düften vorbeiliefen, würde es ablenken. Das gleiche trifft auch auf das Hören zu. Niemand kann kontrollieren, was er hören will und was nicht. Wenn verschiedene Klänge auf einmal erklingen, ist man dazu gezwungen, sie alle zu hören. In der Wirklichkeit ist es dann so, dass dann keiner mehr klar zu vernehmen ist. Wenn sie also Gebrauch von ihrem Gehör machen, werden ihre Ohren entweder alle Klänge hören, oder gar keinen.

Im Gegensatz zum Gehör und zum Geruchssinn, kann das Sehvermögen kontrolliert werden. Man kann über etwas hinwegsehen, was man nicht sehen will und seine Aufmerksamkeit auf das fokussieren, was man sehen will. Unter der Anweisung Allahs, wählte der Heilige Prophet(saw) genau das Sehvermögen unter den Sinnesorganen aus, um die Konzentration im Gebet zu gewährleisten.

Der Heilige Prophet(saw) hat auch angewiesen, dass der Ort der Niederwerfung frei von Dekoration und schlicht und einfach gehalten werden sollte. Wenn ein Muslim seinen Blick nun auf den Bereich der Niederwerfung richtet, so wird dies von großem Nutzen für ihn sein. Seine Gedanken werden sich durch die ständige Erinnerung an die Niederwerfung auf das Gebet konzentrieren. Seine anderen Sinne – die der Regel nach entweder aktiv oder unterdrückt sein können – werden total unterdrückt sein. Da äußerliche Einflüsse die Gedanken formen, welche wiederum durch die Sinne wahrgenommen werden, werden sie sich aufgrund der Tatsache, dass die Augen aktiviert und andere Sinne so weit es geht deaktiviert wurden, auf das Gebet konzentrieren können.

Einst lag ein verziertes Tuch auf der Stelle, wo der Heilige Prophet(saw) sein Gebet verrichtete. Er gab die Anweisung, es wegzuräumen, damit seine Konzentration im Gebet nicht abgelenkt wird. (Bukhari, Kitab ul Salat) Seine Anweisung war zum Nutzen seiner Anhänger.

13.
Wie ich schon zuvor erwähnte, ist die Niyat (Absicht) zu Beginn des Gebetes erforderlich. Es ist ebenfalls hilfreich, wenn Sie sich vor dem Gebet vornehmen, sich durch umherwandernde Gedanken nicht ablenken zu lassen. Jeder weiß, dass solche Gedanken unerwünscht sind, doch der Mensch neigt dazu zu vergessen. Eine Erinnerung vor jedem Gebet wird sicherlich helfen.

14.
Wenn Sie sich einem Imam anschließen, werden die Rezitationen des Imams sie sicherlich wach und aufmerksam halten. Der Imam schützt seine Anhänger. Dies zeigt übrigens auch die Wichtigkeit, die in der Anweisung, hinter einem Imam zu beten, liegt. Wenn sie alleine beten, sollten sie der vorzüglichen Methode, die vom Heiligen Propheten(saw), seinen Gefährten und vieler frommer Muslime angewendet wurde, befolgen. Einige Verse des Heiligen Qur-âns fördern die Demut ganz besonders. Wiederholen sie zum Beispiel den folgenden Vers der Sura Al-Fateha sehr oft.

„Iyyaka nabodo wa iyyaka nastaien“,

das heißt,

„Dir allein dienen wir und Dich allein bitten wir um Hilfe.“ (1:5)

Dies wird die Seele in einen Zustand der Reue versetzen. Falls die Seele in tausend anderen Gedanken vertieft ist, so wird sie schnell wieder zum Gebetsakt zurückkehren. Denn wenn sie sich vergegenwärtigt, dass sie Allah alleine anbeten soll, werden ihre Gedanken nicht umherschweifen.

15.
Die nächste Methode hilft denjenigen, die ihre Aufmerksamkeit nicht lange aufrechterhalten können. Wie Kinder, die weder lange hungern noch viel auf einmal essen können, brauchen sie häufig Unterstützung. Eine nützliche Technik für sie ist, sich erst einmal vorzunehmen, sich auf eine Position zu konzentrieren. Wenn sie im Qiyam stehen, sollten sie sich dazu entschließen, sich bis zur Rukuu von keinem Gedanken ablenken zu lassen. Wenn sie in der Rukuu gebeugt sind, sollten sie sich das Gleiche vornehmen, bis sie wieder aufstehen. So sollten sie bei allen Positionswechseln fortfahren. Dies wird ihnen große Stärke geben, um mit umherwandernden Gedanken fertig zu werden.

16.
Wenn Sie ihren weltlichen Gedanken erliegen, werden diese Sie vor sich her treiben. Aber wenn Sie ihren weltlichen Gedanken entgegentreten und sich entschließen, sich nicht von ihnen stören zu lassen, werden sie Ruhe geben. Üben Sie einen starken Widerstand aus gegenüber allen Gedanken; stoppen Sie sie unverzüglich. Wenn Sie z. B. während ihres Gebets an Ihr krankes Kind denken müssen, überwinden Sie den Gedanken mit der Einstellung, dass es ihm nicht besser gehen wird, wenn Sie an es denken, noch wird es ihm schlechter gehen, wenn Sie es nicht tun. Nehmen Sie sich also fest vor, nicht an das Kind zu denken. Fahren Sie mit dieser Praxis bei jedem Gedanken fort, bis Sie eine meisterhafte Kontrolle über sie erlangt haben.

17.
Wenn sie Nawafils darbringen, dann sagen Sie die Worte so laut auf, dass Sie sie hören. Da ihre Ohren nicht zugestöpselt sind, werden Sie weiterhin teilweise funktionieren. Dadurch, dass Sie die Wörter hören, wird Ihr Geist eher dazu geneigt sein, Allahs zu gedenken. Diese Methode sollte im Allgemeinen nachts angewendet werden. Wenn Sie Ihrem Gehör antrainieren, auch tagsüber im Gebet aktiviert zu sein, so werden Sie durch allerlei Geräusche gestört werden.

18.
Neue Gedanken entstehen durch neue Bewegungen. Die Bewegungen während der Gebete sind Teil des Gottesdienstes und führen daher nicht zu abwegigen Gedanken. Aber wenn andere Bewegungen gemacht werden, werden sie vom Gebet ablenken. Der Heilige Prophet(saw) hat daher angewiesen, dass während des Gebets keine unnötigen Bewegungen gemacht werden sollen.

In der Tat führen neue Bewegungen zu zerstreuten Gedanken. Wenn jemand zufällig seinen Mantel berührt, so kann es sein, dass er daran denkt, dass er schon sehr alt ist und er einen neuen braucht. Dann wird er sich vielleicht fragen, wo er das Geld her bekommen soll. Dann wird ihm einfallen, wie gering sein Gehalt doch ist und wie sehr sich seine letzte Lohnauszahlung verspätet hatte. Oder – wenn es sich durch die Unachtsamkeit seines Arbeitgebers verspätet hatte – wie schlecht der Arbeitgeber doch ist. Immer noch in seine Gedanken vertieft, wird er den Imam „Assalamo alaikum wa Rahmatullah“ sagen hören, wird damit sein Gebet beenden, ohne wirklich gebetet zu haben. Der Heilige Prophet(saw )hat alle Arten von unnötigen Bewegungen während des Gebets verboten. Selbst wenn Kieselsteine am Ort der Niederwerfung liegen, so sollten sie nicht beseitigt werden, es sei denn, sie verursachen unerträgliche Schmerzen. Kurzum, alle Bewegungen, die nicht zum Gebet gehören, sollten gemieden werden.

19.
Vollziehen Sie die Qiyam, Ruku und Sajdah mit vollem Bewusstsein. Wenn sie zur Qiyam stehen, dann belassen sie ihr ganzes Gewicht nicht nur auf einem Bein und lassen das andere durchhängen. Wenn Sie nachlässig werden, kann der Feind Sie jederzeit bezwingen. Körperliche Nachlässigkeit führt auch zu spiritueller Nachlässigkeit.

20.
Die nächste Methode dient der persönlichen Disziplinierung. Sie wurde durch einige Sufis, wie z. B. den Shibli, bis zum Exzess durchgeführt. Ich persönlich mag es nicht, Dinge bis zum Exzess auszutragen. Trotzdem will ich sie erwähnen. Gemäßigt angewendet kann sie nützlich sein.

Hadhrat Junaid aus Bagdad war ein heiliger Mann von hohem Stand. Einer seiner Anhänger war Shibli, ein aufrichtiger und rechtschaffener Mann. Shibli war der Gouverneur der Ortschaft. Als er einst im königlichem Hof anwesend war, erhielt ein Stammesführer als Anerkennung für seine Dienste einen königlichen Mantel. Dem Stammesführer war kalt. So passierte es, dass seine Nase zu laufen begann, als er gerade vor dem König stand. Er hatte auch kein Taschentuch dabei. Als er glaubte, der König schaue nicht hin, schnaufte er in den königlichen Mantel. Der König bemerkte das und wurde sehr wütend; er sah die Ehre des königlichen Mantels als beschmutzt an. Shibli, der Gott fürchtete, war über diesen Vorfall so geschockt, dass er ohnmächtig wurde. Als er sein Bewusstsein wieder erlangte, trat er sein Amt als Gouverneur ab. Als er gefragt wurde, sagte er dem König:

„Du gabst dem Stammesführer einen Mantel und wurdest so wütend, als er es entehrte. Gott hat mir so viele Segnungen geschenkt. Wie groß wird Seine Strafe nur sein, wenn ich Ihm nicht danke?!“

Dann ging er zu Hadhrat Junaid und fragte ihn, ob er sein Schüler sein dürfe. Er antwortete:

„Ich kann dich nicht als Schüler akzeptieren; du warst ein Gouverneur und in diesem Amt hast du allzuoft grausam gehandelt.“

Shibli bat:

„Gibt es etwas, was ich tun kann?“

Junaid sagte ihm, er solle jedes Haus in der Ortschaft aufsuchen und um Entschuldigung bitten und Vergeltung für seine Fehler anbieten. Dementsprechend tat er es dann auch.

Es wird berichtet, dass sich Shibli sein Leben lang mit einem Stock so lange schlug, bis er brach, wenn er sich dabei ertappte, beim Nawafil durch fremde Gedanken abgelenkt worden zu sein. Dann begann er von vorn. Am Anfang hatte er immer einen Bündel Stöcke dabei. Was er tat, war exzessiv und nach meinem Verständnis erlaubt es der Islam nicht, Dinge ins Extreme hineinzutragen. Wie dem auch sei, es obliegt mir nicht, ihn dafür zu kritisieren, da die Sache nur ihn selbst betraf.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich zu disziplinieren, ohne zu übertreiben. Wenn immer Ihre Gedanken abzuschweifen beginnen, versuchen Sie die Stelle ihrer Rezitation ausfindig zu machen, ab der sie unachtsam waren, und wiederholen Sie von da an den Abschnitt. Das Ich wird dadurch bewusster darüber sein, dass es Gott anbetet. Dieses Bewusstsein wird Sie vor weiterer geistlicher Abwesenheit schützen und Sie werden Frieden und Aufmerksamkeit in ihren Gebeten erlangen.

21.
Es gibt noch eine weitere nützliche Methode. Ein Merkmal wahrhaft Gläubiger ist:

„Die sich fernhalten von allem Eitlen.“ (23:4)

Diejenigen, die sich grundsätzlich eitlen und frivolen Gedanken hingeben, werden auch im Gebet für solche Gedanken anfällig sein. Wenn Sie sich darin üben, an solche Gedanken überhaupt nicht zu denken, werden Sie von dieser Ablenkung auch im Gebet geschützt bleiben. Es gibt viele, wie den sprichwörtlichen Sheikh Chilli aus dem Iran, die in Märchen schwelgen. Diese Gedanken tun ihnen nicht gut. Das Bewusstsein sollte frei gehalten werden von Gedanken, die rein oberflächlicher Natur sind oder nur hypothetische Szenarien ausmalen. Selbstverständlich kann es nicht schaden, an nützliche und gute Dinge zu denken. Besonders nutzlos aber ist es, an Dinge aus der Vergangenheit zu denken, die nicht mehr geändert werden können. Sich über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen, ist wirklich der größte Unsinn.

Es sollte klar sein, dass menschliche Anstrengungen sich auf das richten, was der Verstand vorgibt. Wenn jemand seine Gedanken auf Nutzloses richtet, wird er die Fähigkeit verlieren, sich auf Sinnvolles zu konzentrieren. Beenden Sie daher ihre nutzlosen Gedanken und wenden Sie ihre Aufmerksamkeit wichtigen Dingen zu. Wenn Sie das tun, werden Sie an nützliche Dinge denken. An eine andere Sache zu denken, als die man gerade verrichtet, ist nutzlos, außer in einigen Ausnahmen. Der Verstand eines Menschen, der geübt darin ist, an Sinnvolles zu denken, wird im Gebet auch an nichts anderes als das Gebet selbst denken können.

22.
Die nächste Technik ist von großem Nutzen, sie erhebt die Spiritualität auf den Zenit. Der Heilige Prophet(saw) wurde gefragt, was Ihsan (Güte) sei. Er antwortete:

„Das Gebet so zu beten, als würde man Allah selbst sehen, zumindest aber mit dem Bewusstsein, dass Er einen sieht.“ (Bukhari, Kitab ul Iman)

Stellen Sie sich vor, Sie treten vor Allah und können Ihn sehen, wenn Sie sich zum Gebet hinstellen – nicht in Seiner physischen Form, sondern in Seiner Glorie und Größe. Dies erzeugt Ehrfurcht vor Seiner Größe und Macht, so dass man angesichts dieser Größe und Macht auch nichts Unpassendes zu tun in der Lage ist. Wenn Sie aber nicht in der Lage sind, sich Ihn zu vergegenwärtigen, so rufen Sie sich wenigstens ins Bewusstsein, dass Er Sie sieht. Er ist Sich absolut bewusst darüber, was Sie tun. Denken sie genau darüber nach. Nehmen sie auch den entsprechenden Herzenszustand ein, wenn sie

„Alhamdolillah“ („Aller Lob gehört Allah“)

sagen? Oder sind Sie mit anderen Dingen beschäftigt? Wenn Sie gedanklich mit etwas Anderem beschäftigt sind, geben Sie acht und lassen Sie Ihre Gedanken mit dem übereinstimmen, was Ihre Zunge sagt.

Der Heilige Prophet(saw) sagte, dass ein Diener Gottes, der zwei Rakaas mit solch einer Ergebenheit darbringt, dass er sich auf keinerlei Kommunikation mit sich selbst einlässt, von allen Sünden befreit sein wird. Denken Sie nun an den Status von jemanden, der immer in diesem Zustand verbleibt! Sich während des Gebets voll auf Allah zu konzentrieren, ist also keine gewöhnliche Sache.

Die Methoden, die ich Ihnen mit der Gnade Allahs erläutert habe, sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wenn Sie aufrichtig versuchen, sie in die Tat umzusetzen, so werden Sie außerordentlich gesegnet werden.

Zum Abschluss des Gebets sagen wir den bekannten islamischen Gruß

„Assalamo Alaikum wa Rahmatullah.“

Dies ist ein wundervoller „Indikator“ zur Aufrechterhaltung der Konzentration. Sie sagen

„Assalamo Alaikum … “

wenn Sie von irgendwo her kommen. Wenn ein Muslim

„Assalamo Alaikum wa Rahmatullah“

zum Abschluss seines Gebets sagt, so behauptet er, dass er fortgegangen war, um seinen Gehorsam und seine Knechtschaft Allahs gegenüber auszudrücken und nun wieder zurückgekommen ist. Er sagt, dass er die Botschaft des Friedens und der Segnungen für seine muslimischen Gefährten mitgebracht hat. Da er aber die ganze Zeit über an seinem Platz anwesend war, kann es nur die Bedeutung haben, dass seine Seele sich in der Gegenwart Gottes niedergeworfen hat. Er war so beschäftigt in seinem Gebet, dass seine Seele von der Welt abgekommen ist, ja, abwesend war.

„Assalamo Alaikum …“

zum Abschluss des Gebets zu sagen, zeigt, dass es für einen Muslim wichtig ist, wachsam zu sein, wenn es darum geht, sein Gebet zu beschützen, denn er ist zu dieser Zeit am Hofe des Allmächtigen Gottes anwesend, der über die Muslime sagt:

„Und sie halten streng ihre Gebete.“ (6:93)

Satan will ihre Gebete auseinander reißen, doch wachsame Muslime beschützen ihre Gebete vor seinen Attacken.

Jeder sollte also seine Gebete beschützen. Denken Sie daran, dass Sie vor Allah getreten sind, wenn Sie ihre Gebete darbringen. Und wenn Sie dann zurückkehren, so sollten Sie an die zu ihrer Linken und an die zu ihrer Rechten die frohe Botschaft überbringen können, dass Sie ihnen Frieden und Segnungen mitgebracht haben. Doch wenn man nie vor Allah getreten ist und die ganze Zeit nur in seinen eigenen Gedanken versunken war, dann wird man eine große Lüge von sich geben, wenn man sagt:

„Assalamo Alaikum wa Rahmatullah.“

Man berichtet dann den Nachbarn im Gebet, dass man von Allah zurückgekehrt sei, obwohl man nie dort war.

Setzen Sie alles dafür ein, um ihr Gebet zu beschützen. Widersetzen Sie sich Satan mit großer Gegenwehr, denn er will Sie von Allah abbringen. Denken Sie daran, erst wenn Ihr ganzes Gebet ein konstantes Bestreben ist und Sie Satan nicht nachgeben, wird Allah Sie wahrnehmen. Doch wenn Sie Satan nachgeben, wird Allah Sie ziehen lassen. Fahren Sie fort in Ihrem Kampf; am Ende werden Sie Erfolg haben.