Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Nichts hat einen Anspruch darauf, ein Ziel der Liebe und Verehrung zu sein außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs.
Muslime die an den Imam Mahdi und Verheißenen Messias,,
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.

Bis hierher habe ich drei Typen von Zikr beschrieben – die vorgeschriebenen Ritualgebete, die Rezitation des Heiligen Qur-âns und das individuelle Gedenken Allahs außerhalb der Ritualgebete. Übrig bleibt noch die öffentliche Form des Zikr. Es kann auf zwei Weisen vollzogen werden.

1.
Wenn wir andere Muslime treffen, sollten wir Allahs Kraft und Glorie thematisieren und uns Seine Segnungen vergegenwärtigen, anstatt uns in nutzlose und eitle Gespräche zu vertiefen. Dies reinigt das Herz und in den innersten Gefühlen bleibt ein wohltätiger Eindruck zurück.

Einst kam der Heilige Prophet(saw) aus seinem Haus heraus. Er sah Menschen, die in der Moschee waren und beteten. Daneben sah er eine Gruppe von Menschen, die in einer Runde saßen und sich über den Glauben unterhielten. Er gesellte sich der letzteren Gruppe zu und sagte:

„Was diese Leute tun, ist besser.“

Dies zeigt, dass das öffentliche Gedenken manchmal besser ist, als das stille.

Es gibt Zeiten, da ist das stille Gedenken Allahs von äußerster Notwendigkeit, doch wenn viele Menschen beisammen sind, ist es besser, Allahs öffentlich zu gedenken, so dass man die spirituellen Erfahrungen, die man macht, auch miteinander teilen kann. Unter solchen Umständen für sich zu bleiben, kann zu Heuchelei führen. Das Vortragen der Bedeutungen des Heiligen Qur-âns gehört auch zu dieser Form des Zikr. Ähnlich zählt es auch als Zikr, andere Muslime zu guten Taten aufzurufen.

2.
Dann gibt es noch eine Form des Zikr, die vollzogen wird, wenn man auf Opponenten trifft. Außer dem Islam haben alle Religionen Schuld auf sich geladen durch der Auslassung oder Übertreibung in der Beschreibung der Attribute Allahs. Ihnen trotzdem den wahren Status und die Glorie Gottes in ihren Versammlungen zu beschreiben, ist eine Form des Zikr. Allah sagt:

„O du in den Mantel Gehüllter! Erhebe dich und warne. Deinen Herren verherrliche.“ (74:2-4)

Menschen zu warnen und Seine Großartigkeit vor ihnen auszulegen wurde hier als Takbeer beschrieben, was eine Form des Zikr ist.

Abschließend kann gesagt werden, dass es Zikr ist, die Attribute Allahs Angehörigen anderer Religionen zu verkünden. Das 87. Kapitel des Heiligen Qur-âns (Sura Al-Ala) weist auf dieselbe Tatsache hin. Das Wort Zikr wird hier ausdrücklich für solche Aktivitäten benutzt. Es steht dort:

„Ermahne also; gewiss, Ermahnung frommt.“ (87: 10)

Nutzen des Zikr

Nun will ich zu den Nutzen des Zikr kommen.

1.
Der größte Nutzen des Zikr ist, dass es zum Wohlgefallen Allahs führt – und dies nicht wie jede andere gute Tat, sondern in einer ganz besonderen Art und Weise. Der Lohn einer Tat korrespondiert mit seiner Wichtigkeit. Gott der Allmächtige sagt über das Zikr, dass es die größte aller Taten ist. An einer anderen Stelle steht im Heiligen Qur-ân:

„Allah hat den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen Gärten verheißen, die von Strömen durchflossen werden, immerdar darin zu weilen und herrliche Wohnstätten in den Gärten der Ewigkeit. Allahs Wohlgefallen aber ist das Größte.“ (9-72)

Der größte Lohn ist das Wohlgefallen Allahs und diese größte aller Belohnungen kann nur durch die größte aller Taten erreicht werden, welche nunmal das Zikr ist. Im obigen Vers hebt Gott der Allmächtige sein Wohlgefallen gegenüber alle anderen Arten von Belohnungen hervor. Dies zeigt, dass es sich um etwas Spezielles handelt, ja, um das Allergrößte. In der Tat kann es für einen wahrhaft Gläubigen keinen größeren Lohn geben, als das Wohlgefallen seines Herren zu erlangen. Allah hat klar darauf hingewiesen, dass man den größten aller Löhne, Sein Wohlgefallen, erlangen wird, wenn man das Zikri- Illahi, die größte aller Taten, vollbringt.

2.
Das Gedenken Allahs kann zur Behaglichkeit und zum Frieden des Herzens führen. Allah sagt:

„Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! Im Gedenken Allahs ist es, dass Herzen Trost finden können.“ (13:29)

Das Herz also findet im Zikr Trost. Warum? Weil durch die Befürchtung einer bevorstehenden Katastrophe Angst erzeugt wird, derjenige aber, der an ein Heilmittel gegen jedes Unheil glaubt, nicht bekümmert sein kann. Sobald jemand Allahs gedenkt und an Seine grenzenlosen Kräfte glaubt, kann er allerlei Schwierigkeiten besiegen. Sein Herz wird ihn trösten, indem es ihm sagt:

„Warum sollte ich mich betrüben? Ich habe einen allmächtigen Gott. Er wird sicherlich alle meine Schwierigkeiten beseitigen.“

Solche Gedanken führen zu seelischen Frieden.

3.
Allah schließt Freundschaft mit demjenigen, der sich Zeit für Sein Gedenken nimmt. Er bereitet ihm einen Platz in Seinem Anwesen, selbst wenn er sich noch auf der Welt befindet. Er sagt:

„Darum gedenket Mein, Ich will euer gedenken und danket Mir und seid nicht undankbar gegen Mich.“ (2:153)

Genau so, wie weltliche Könige Personen auf ihren Hof einladen, mit denen sie zufrieden sind, tut dies auch Allah.

4.
Das Gedenken Allahs schützt vor Sünden. Gott der Allmächtige sagt im Heiligen Qur-ân:

„Verlies, was dir von dem Buche offenbart ward und verrichte das Gebet. Wahrlich das Gebet hält ab von Schändlichkeiten und Unrecht. Und an Allah denken ist gewiss die höchste (Tugend). Und Allah weiß, was ihr tut.“ (29:46)

Das Gebet schützt vor Unanständigkeit und Bösem. Wie ich schon vorher ausführte, ist das Gebet eine Form des Gedenken Allahs. Daher schützt das Gedenken Allahs vor Sünde. Das Zikr hat Gewicht. Wenn es auf Satans Haupt fällt, wird er zu Tode geschlagen werden und nicht länger zum Bösen anstacheln.

5.
Das Gedenken Allahs stärkt das Herz und sorgt für einen Geist, der das Böse bekämpft. Der Allmächtige Gott sagt:

„O die ihr glaubt, wenn ihr auf ein Heer trefft, so bleibt fest und seid Allahs eifrig eingedenk, auf dass ihr Erfolg habt.“ (8:46)

Diesem Vers nach ist das eifrige Gedenken Allahs ein Mittel, um einen starken Feind zu besiegen.

6.
Jemand, der Allahs gedenkt, wird in all seinen Anliegen erfolgreich sein. Dies ist bereits durch den Vers belegt, den ich oben schon zitiert habe. Allah sagt:

„…und seid Allahs eifrig eingedenk, auf dass ihr Erfolg habt.“ (8:46)

7.
Der Heilige Prophet(saw) sagte, dass sieben Arten von Menschen am Tage der Auferstehung mit dem Schatten der Barmherzigkeit Allahs gesegnet sein werden. Eine Art davon sind Menschen, die Allahs gedenken. Der Heilige Prophet(saw) fügt hinzu, dass es ein kummervoller Tag sein wird. Niemand hat je etwas Vergleichbares gesehen. Allahs Zorn wird an diesem Tage groß sein, weil alle Übeltäter vor ihm versammelt sein werden. Die Sonne wird nah heranrücken. Jeder, der an diesem Tage mit dem Schatten der Barmherzigkeit Allahs gesegnet sein wird, wird wahrlich glücklich sein.

8.
Allah nimmt die Gebete derer an, die Seiner Gedenken. Die Gebete, die im Heiligen Qur-ân erwähnt sind, beginnen mit Zikr wie tasbeeh und tahmeed. Das erste Gebet kommt in der Sura Al-Fatiha vor, die mit Versen beginnt, welche ausschließlich das Zikr enthalten:

„Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Aller Preis gehört Allah, dem Herren der Welten, dem Gnädigen, dem Barmherzigen, dem Meister des Gerichtstages.“ (1:1-4)

Dann folgt der Teil, der sowohl von Gott als auch von Menschen handelt:

„Dir allein dienen wir und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.“ (1:5)

Die Sura endet mit dem Gebet:

„Führe uns auf den geraden Weg – den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, die nicht (Deinen) Missfallen erregt haben und die nicht irre gegangen sind.“ (1:6-7)

Die Sura Al-Fatiha ist ein Gebet, doch trotzdem beginnt der Allmächtige Gott es mit Seinem Gedenken und beendet es erst mit einer Bitte. Wir beobachten das gleiche Phänomen auch in der Welt. Wenn ein Bettler kommt, lobt er zuerst den Hausherrn und stellt dann seine Bitte.

Ähnlich sollte jemand, der etwas von Allah erbitten will, zuerst Seine Autorität anerkennen und sich seine eigene Schwäche zugestehen. Der Prophet Jonas(as) tat das gleiche, als er in tiefer Finsternis rief:

„…Es gibt keinen Gott außer Dir, Heilig bist Du! Ich bin fürwahr einer der Frevler gewesen.“ (21:88)

Er brachte zuerst die Glorie Gottes zum Ausdruck und schilderte dann erst seine Situation. Darüber hinaus überliefert der Heilige Prophet(saw )folgendes Hadith-Kudsi

„Diejenigen, die sich mit Meinem Gedenken beschäftigt halten, erhalten mehr als jene, die nur bitten stellen.“ (Tirmidhi)

Das heißt nicht, dass man nicht mehr bitten soll. Die Surah Al-Fatiha, welche die Mutter des Buches ist, ist zusammengesetzt aus einer Kombination von Zikr und Gebeten. Dieses Hadith meint nur, dass derjenige, der nur Bitten stellt, aber kein Zikr vollzieht, weniger erhält, als jemand, der sich zusätzlich zu seinem Gebet auch die Zeit nimmt, um das Zikr zu vollziehen.

9.
Zikr ist ein Mittel, um Allahs Verzeihung von Sünden zu erlangen. Der Heilige Prophet(saw) sagt, dass demjenigen, der takbeer, tahmeed und tasbeeh vollzieht, alle seine Sünden vergeben werden, auch wenn sie so reichhaltig sind, wie der Schaum der Meere. (Tirmidhi, Abwab ul Dawad)

10.
Zikr schärft die Erkenntnis. Jemand, der Allahs gedenkt, macht Entdeckungen über Wahrheiten und Weisheiten, die ihn überraschen werden. Gott der Allmächtige sagt:

„In der Schöpfung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Tag und Nacht sind in der Tat Zeichen für die Verständigen. Die Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und wenn sie auf der Seite liegen und nachsinnen über die Schöpfung der Himmel und der Erde: ‚Unser Herr, Du hast dies nicht vergebens erschaffen, heilig bist Du, errette uns denn vor der Strafe des Feuers.‘“ (3:191-192)

11.
Das Gedenken Allahs führt zur Rechtschaffenheit. Es gibt ein Hadith, in dem der Heilige Prophet(saw) folgende Aussage Allahs wiedergibt:

„Wenn mein Diener sich Meiner im Herzen gedenkt, gedenke ich seiner im Stillen und wenn er Meiner öffentlich gedenkt, gedenke ich seiner öffentlich.“

Dieses Hadith zeigt, dass wenn z. B. jemand sagt: „Heilig bist Du o Allah!“, Allah ihm antwortet: „Mögest Du ebenfalls heilig und gereinigt sein.“ Wenn Allah das sagt, wird die Reinigung auch sicherlich eintreten. Ähnlich ist es, wenn jemand in der Öffentlichkeit den Namen Allahs preist, denn dann wird Allah das Ansehen desjenigen in der Öffentlichkeit mehren, so dass die Welt ihn als rechtschaffene Person wahrnehmen wird.

Es ist ein Merkmal der menschlichen Natur, dass wenn man mit jemanden oft zu tun hat, die Liebe und Bindung zu dieser Person wächst. Es geht sogar so weit, dass das Dorf oder die Stadt, in der man lebt, geliebt wird. Wenn jemand Allahs oft gedenkt und Seinen Namen Tag und Nacht erwähnt, wird seine Liebe zu Ihm stetig wachsen.

Dies waren im Kurzen die Nutzen des Gedenken Allahs. Ich bete, möge Allah dafür sorgen, dass sie für Sie alle und für mich von Nutzen sein werden. Amien.