Eine Herzensgeschichte: Der Khalif zu Besuch in Deutschland im Mai/Juni 2015 – Teil 1/3

Ein persönlicher Bericht zur Reise seiner Heiligkeit, des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) zur Jalsa Salana 2015 Deutschland, von Dr. Mohammad Dawood Majoka

Dieser Bericht ist eine persönliche Erinnerung an die Reise unseres geliebten Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) anlässlich der Jalsa Salana Deutschland 2015. Ein ausführlicher Bericht, verfasst von Herrn Abdul Majid Tahir (Additional Wakil-at-Tabshir), ist bereits in der Zeitung “Al-Fazl” erschienen. Wiederholungen der bereits veröffentlichten Ereignisse sind daher möglichst vermieden worden. Es ist nicht nur ein Bericht, sondern eine “Herzensgeschichte”, basierend auf persönlichen Beobachtungen und Emotionen. Insbesondere richtet sich diese Herzensgeschichte an die jugendlichen und die neu-konvertierten Ahmadi-Muslime. Die Veröffentlichung des Berichts erfolgt mit der Erlaubnis von seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein). Möge Allah ihn für alle Leser als nützlich erweisen. Amin.

Der Name der Mansoor Moschee in Aachen

Die Reise des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein), (im weiteren Verlauf oft “Huzur” genannt) begann dieses Mal am 23. Mai mit der Eröffnung der Mansoor Moschee in Aachen. Aachen ist eine geschichtlich bedeutsame Grenzstadt. Sie war Thronsitz des deutschen Kaisers Karl des Großen, der bei der Verbreitung des Christentums in Europa und insbesondere in Deutschland große Dienste geleistet hatte. Er versuchte Europa zu vereinen und gründete ein europäisches Reich. Nach ihm ist der “Karlspreis” benannt, der jährlich in Aachen verliehen wird. Der Großvater von Karl dem Großen, der ebenfalls Karl hieß, besiegte die vorrückenden Araber in Frankreich und gebot damit dem Eindringen der Muslime nach Europa Einhalt.

Die Mansoor Moschee ist nach dem Vater seiner Heiligkeit, Herrn Hadhrat Mian Mansoor Ahmad (rh), benannt. Bereits zur Zeit des vierten Kalifen (rh) hatte man um diesen Namen gebeten, welcher anschließend genehmigt wurde. Als die Moschee nun gebaut wurde, präsentierte man den Namensvorschlag und den damaligen Genehmigungsbrief des vierten Kalifen (rh) vor seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein), wodurch die bereits vorhandene Genehmigung bestätigt wurde.

Der Versuch, aus der Anwesenheit des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) zu profitieren

Wenn Allah jemanden zum Kalifen ernennt, so setzt Er in seine Worte besondere Wirkung und öffnet auch die Herzen der Menschen, damit seine Worte ihren Weg in die Herzen finden. Um aus diesem Umstand möglichst stark zu profitieren, wurde vor einigen Jahren beschlossen, bei der Grundsteinlegung und Eröffnung von Moscheen die Vertreter der Stadt und der Presse einzuladen. Huzur (möge Allah sein Helfer sein) gefiel diese Änderung und langsam veränderten sich diese Veranstaltungen zu der nun vorhandenen Form einer Veranstaltung des Interreligiösen Dialogs (Tabligh). Das Einladen von Vertretern aus Politik und Verwaltung, sowie der Presse, ist hierbei die Aufgabe der Abteilung für externe Angelegenheiten (Umur-e-Kharjiyya). Letztes Jahr hatte der Kalif (möge Allah sein Helfer sein) die Anweisung erteilt, dass bei Veranstaltungen mit dem Kalifen der Zeit ein hoher Standard etabliert werden sollte. Deshalb wurde dieses Jahr versucht, im Besonderen die Organisation und die Form dieser Veranstaltungen zu verbessern.

Das Grab von Hatim Tai

Wir waren nun gespannt auf die Meinung des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) zu den Änderungen, die wir an der Veranstaltung vorgenommen hatten. Während des Events sagte seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) zu Herrn Shahid Latif von der Abteilung für Essenszubereitung (Ziafat): “Sie haben ja das Grab von Hatim Tai zertreten.” Es ist eine Urdu-Redewendung, die sich auf den berühmten vorislamischen Araber “Hatim Tai” bezieht, der aufgrund seiner Großzügigkeit sehr berühmt war. Wenn jemand sehr großzügig handelt, so wird auf Urdu gesagt, dass er das Grab von Hatim Tai zertreten hat, i. e. versucht ihn an Großzügigkeit den Rang abzulaufen. Als Herr Shahid Latif einer Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) zu erkennen gab, dass er die Redewendung nicht kennt, sagte der Kalif (möge Allah sein Helfer sein), er solle eine gewisse Person fragen. Herr Shahid fragte den Genannten und erhielt zur Antwort, dass seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) mit der Organisation nicht zufrieden sei! Als wir davon erfuhren, waren wir natürlich alle sehr besorgt. Ich war erstaunt, dass die Redewendung doch den Versuch der Großzügigkeit bedeutet, aber dann sagte ich mir, dass die Interpretation desjenigen, auf den seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) verwiesen hat, authentischer sei. Also gab es eine Besprechung der nationalen Sekretäre für Essenszubereitung (Ziafat), Vermögensverwaltung (Jaidad), interreligiösen Dialog (Tabligh) und externe Angelegenheiten (Umur-e-Kharjiyya). Die Vorschläge von verschiedenen Leuten wurden eingeholt. Nicht-Ahmadi deutsche Gäste und auch Ahmadi-Muslime wurden nach ihrer Meinung gefragt. Mitglieder der Delegation (Qafila) des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) wurden um ihren Eindruck gebeten. Alle zeigten sich mit der Veranstaltung völlig zufrieden. Wir konnten nun nicht herausfinden, wo sich der Fehler eingeschlichen hatte. Alle Meinungen waren positiv, aber das Grab von Hatim Tai war immer noch da und zu unserem Nachteil ohne ein Grabmal! Ich war auf der einen Seite besorgt, aber auf der anderen Seite völlig ruhig.

Wenige Tage später gewährte mir seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) am Ende einer Veranstaltung die Ehre eines Gesprächs und sagte, dass das Programm gut gewesen sei. Ein Berg an Sorgen wurde mir in dem Moment vom Herzen genommen. Nun gab es keinerlei Bedürfnis nach der Erklärung irgendeiner Redewendung. Die Meinung von Leuten war nun irrelevant. Dann sagte seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein), dass er positive Eindrücke erhalten hat und führte weiter aus: “Ich werde in meiner Ansprache sagen, dass die Veranstaltungen der Moscheen gut waren.” Was will man mehr? Meine Freude kannte keine Grenzen mehr. Ich berichtete meinen Freunden von der Zufriedenheit unseres geliebten Kalifen (möge Allah sein Helfer sein). Herr Imam Ashraf Zia wies darauf hin, dass Huzur (möge Allah sein Helfer sein) vorzeitig auch den Erfolg der restlichen Moschee-Veranstaltungen kundgetan hat. Welch eine frohe Botschaft! Auch die künftigen Sorgen wurden mir genommen. Alhamdulillah. Wenn der Kalif der Zeit (möge Allah sein Helfer sein) zufrieden ist, was kann sich ein Ahmadi mehr wünschen? Diese frohe Botschaft wurde mit einer kleinen abendlichen Zusammenkunft gefeiert.

Das Herz des Kalifen in der Hand Gottes

Wie bereits erzählt, hatte seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) bereits letztes Jahr die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland auf einige Sachen aufmerksam gemacht und sich unzufrieden gezeigt. Natürlich machte sich jeder Sorgen, versuchte die Organisation zu verbessern und betete dafür. Im Januar 2015 sah ich in einem Traum, dass seine Huzur (möge Allah sein Helfer sein) in einem Brief geschrieben hat, dass in der Nacht der Heilige Prophet Muhammad (saw) gekommen sei und gesagt hatte, dass nun die Gemeinde in Deutschland ermutigt werden sollte. Dies war der Grund für meine Ruhe, aber da Träume der Interpretation bedürfen und manche Träume an Bedingungen geknüpft sind, war die andere Hälfte von mir voller Sorge.

Die Anmerkung des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) zu den Veranstaltungen der Moscheen war ein Anlass im Glauben noch mehr zuzunehmen, dass der Kalifa (möge Allah sein Helfer sein) in vollständiger Verbundenheit und Einklang mit Gott ist. Bislang ist es noch nie vorgekommen, dass seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) den Inhalt seiner Ansprache vorher mir bekannt gab. Noch erstaunlicher war es, dass die Hälfte der Moschee-Veranstaltungen noch gar nicht stattgefunden hatte. Aber auf der einen Seite gab es den Traum, der ermutigen sollte und auf der anderen Seite motivierte uns Huzur (möge Allah sein Helfer sein) auf eine außergewöhnliche Art. Auch der Abteilung für interreligiösen Dialog (Tabligh) und den Organisatoren der Jalsa Salana (Jährliche Hauptversammlung) wurde dieser besondere Ansporn zuteil.

In der Tat entsprechen die Worte und Taten des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) dem Wunsch Gottes. Und dies hat natürlich auch Auswirkungen auf andere Menschen. Manchmal ist es so, dass wenn Gott einem Menschen Gnade erweist, das Herz des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) sich auch für diesen Menschen mit Barmherzigkeit füllt. Andererseits passiert es auch, dass wenn der Kalif (möge Allah sein Helfer sein) jemanden gnädig ist, diesem Menschen auch Gottes Gnade zuteil wird.

Wege zur Zufriedenheit des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein)

Die Erfahrung zeigt, dass die Zufriedenheit des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) nicht abhängig von Selbstdarstellung, ständigem unterbreiten von Vorschlägen, übertriebenem Ehrgeiz, zur Schau gestellter Gottesfurcht oder unnötiger Berichterstattung ist. Ganz im Gegenteil ist nur durch die Gnade Gottes möglich. Und meines Wissens gibt es hierfür fünf Wege.

  1. Gottes Segen: Gott erfüllt durch seine Gnade, ohne irgendeinem Zutun des Menschen, das Herz des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) mit Barmherzigkeit für diesen Menschen.
  2. Das Bittgebet: Mit dem Bittgebet (Dua) kann man alles erreichen. So die Zufriedenheit des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein).
  3. Verbundenheit: Das Herz vieler Menschen ist so sehr mit der Liebe und Verbundenheit zum Kalifat erfüllt, dass diese Liebe durch ihre Anziehungskraft das Herz des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) anzieht.
  4. Ehrfurcht Gottes: Der Heilige Prophet (saw) sagte, dass wenn ein Mann über einen anderen urteilt, Gott ihm nie vergeben würde und ihn mit dem Feuer bestrafen werde. Daraufhin vergab Gott dem so Gescholtenen und bestrafte denjenigen, der den Vorwurf erhoben hatte. Wenn also der Glaube eines Menschen an das Kalifat in Zweifel gezogen und er deswegen verurteilt wird, so entfacht dies die Ehrfurcht Gottes und Er verschenkt ebendiesem die Nähe des Kalifen.
  5. Fähigkeit zum Dienst an der Religion: Der Verheißene Messias und Imam Mahdi (as) sagte, dass um sein Bittgebet zu erhalten, die Fähigkeit zum Dienst an der Religion notwendig ist. Es ist möglich, dass einem Menschen diese Fähigkeit von Gott in die Wiege gelegt wird oder dass der Mensch sich durch seine Anstrengungen diese Fähigkeit selbst aneignet.

Die Notwendigkeit der Briefe an den Kalifen der Zeit

Das regelmäßige Schreiben von Briefen mit der Bitte um Gebete an den Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) ist sehr wichtig, um eine Beziehung zum Kalifat und die damit verbundenen Segnungen zu erhalten. Der Verheißene Messias (as) hat dies stets betont. Diese Verbindung in Schriftform sollte beständig sein – man sollte nicht nur bei Problemen und Schwierigkeiten an den Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) schreiben, sondern auch gute Nachrichten und Erfolge, ob religiöser oder weltlicher Natur, seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) mitteilen. Gemäß der Anweisung des Verheißenen Messias (as) ist das Bittgebet (Dua) für die Gottesfurcht (Taqwa) das Wichtigste.

Wie schreibt man einen Brief an den Kalifen?

Es gibt keine komplizierten Regeln für die Briefe an seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein). Die Briefe können auf Urdu, Englisch oder Deutsch verfasst werden. Der Name des Verfassers und das Anliegen eines jeden Briefes wird in übersetzter Form dem Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) vorgelegt. Die Briefe sollten einfach und informell sein. Wenn seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) aufgrund einer Reise, wegen der Jalsa Salana (Jährliche Hauptversammlung) oder wegen des heiligen Fastenmonats Ramadhan sehr wenig Zeit hat, sollte man sich in seinen Briefen sehr kurzfassen. Meines Erachtens nach sollte man vor dem Schreiben die rituelle Waschung (Wudhu) durchführen und den Brief eigenhändig schreiben. Wenn man mit dem Computer schreiben möchte, so sollte man den vollständigen Brief eintippen und keine Textbausteine kopieren. Es gehört zum wesentlichen Respekt vor dem Kalifat, dass man sich zumindest die Mühe macht, jedes Mal den Brief vollständig neu zu schreiben bzw. einzutippen. Die Briefe sollten kurz sein. Deshalb sind meine Briefe trotz großer Schrift, ob persönlicher oder amtlicher Art, selten länger als eine Seite. Man sollte die eigene Adresse auf demselben Blatt schreiben. Insbesondere sollten Kinder dazu motiviert werden, damit sie von frühem Alter an eine starke Verbindung zum Kalifat entwickeln. Falls möglich, sollte man den Brief auf Urdu schreiben, selbst wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichend sein sollten.

Ein Interview mit seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein)

Bei der Planung vor dem Beginn der Reise des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) hatten wir den Wunsch, dass ein Interview mit den Journalisten der überregionalen Zeitungen arrangiert werden sollte. Ich persönlich war der Meinung, dass es ein Interview mit mehreren Medien sein sollte, damit man von seiner Heiligkeit’s (möge Allah sein Helfer sein) Zeit möglichst stark profitieren kann. Als wir die Medien kontaktierten, äußerte die Online-Zeitung “Die Zeit Online” den Wunsch ein Interview mit seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) zu führen. Aber die Zeitung bestand darauf, dass bei dem Interview nur “Zeit” Journalisten anwesend sein sollten. Seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) teilte hierfür 20 Minuten Zeit ein. Im Interview sprach seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) ausführlich über das Kalifat, die friedlichen Lehren des Islam und auch über die aktuelle Lage der Welt.

Das Interview erschien wenige Tage später. Es wurde von der Redaktion etwas gekürzt, aber wir hatten unser Hauptziel, nämlich die Botschaft des Islam in den Worten des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) selbst zu veröffentlichen, erreicht. Dieser Artikel rief über 100 Leserkommentare hervor. Manche Leser sagten, dass seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) die Wahrheit über den IS geäußert hat, ansonsten wurden nur politische Aussagen gemacht. Insbesondere die Ausführungen des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) über die Notwendigkeit des Abbruchs der finanziellen und militärischen Nachschublinien des IS und die Doppelmoral einiger Mächte im Nahen Osten und im Westen gefiel den Lesern. Einige Leser sagten, dass sie von der klaren Wortwahl seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) sehr beeindruckt seien. Alhamdulillah. Das Interview wurde auf Urdu geführt und ist von MTA als Video online gestellt worden.

Die Botschaft an Deutschland

Seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) übermittelte die Botschaft an Deutschland, dass sie sich bemühen sollten, Europas Einheit zu bewahren. Deutschland sollte sein Herz öffnen für jene, die hierherkommen. Und die Migranten sollten Deutschland gegenüber loyal sein.

Doktortitel

Am 26. Mai gab es eine Audienz mit einigen Professoren der Islamwissenschaften. Während dieser Audienz wies seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) auf mich und sagte “Dr. Dawood”. Ich fühlte mich, als ob ich erst in diesem einen Moment die Doktorwürde erhielt.

Als er mich anlächelte, war ich ein Dichter, ein Literat (Dies ist eine Zeile aus einem Gedicht von Herrn Obaidullah Aleem. Er hat in dem Gedicht sein Gefühl zum Ausdruck gebracht, als der dritte Kalif (rh) eines seiner Gedichte anhörte und ihn anlächelte. Er fühlte sich in dem Moment als ein Dichter bestätigt da sein Gedicht dem Kalifen gefiel. Dies war die Bestätigung die für ihn relevant und wichtig war.)

Meine Wenigkeit hatte 2008 in Informatik promoviert. Aber ich schrieb den Titel nicht mit meinem Namen. Eines Tages sah Herr Abdullah Uwe Wagishauser (unser National Amir und Bundesvorsitzender) einen Brief von mir und wies mich an, fortan immer auch den Titel zu benutzen da es im Interesse der Gemeinschaft sei. Gemäß dieser Anweisung von unserem National Amir und im Interesse der Jamaat, setzte ich fortan meinen Titel vor meinem Namen. Aber dies betrifft nicht die Briefe, welche ich an den Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) verfasst habe. Der Kalif (möge Allah sein Helfer sein) ist der Lehrer der Gemeinde. Er erhält Wissen von dem allwissenden Gott und deshalb kann unsere Stellung vor dem Kalifen (möge Allah sein Helfer sein), wie viel und welcher Art Wissen wir uns auch aneignen mögen, niemals auch nur gleich der eines Grundschülers gegenüber seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) sein. Meine Vorgehensweise ist jedoch nur eine persönliche Bevorzugung und entspricht einer persönlichen Ansicht. Es gibt viele Leute, die in ihren Briefen an den Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) auch ihren Titel erwähnen, was keineswegs verwerflich ist.

“Außenminister”

Einmal geschah jedoch etwas Sonderbares. Es war 2011 und die erste Jalsa Salana, in dem ich die Ehre erhielt, als Sekretär für externe Angelegenheiten (Umur-e-Kharjiyya) meinen Dienst zu leisten. Gemäß dem Programmablauf gab es die Gelegenheit für alle Organisatoren, seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) zu begrüßen. Wir standen in einer Reihe. Als ich an der Reihe war, sagte unser nationaler Amir zu seiner Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein), dass ich “Dr. Dawood Majoka, Secretary Kharja” wäre. Der Kalif (möge Allah sein Helfer sein) sah mich an und sagte “Wazir-e-Kharja” (Urdu für “Außenminister”). Herr National Amir kannte wahrscheinlich das Urdu-Wort “Wazir” nicht und sagte nochmals “He is secretary Kharja”. Seine Heiligkeit (möge Allah sein Helfer sein) sah mich an und wiederholte “Wazir-e-Kharja”. Hierauf sagte ich “Ja Huzur”, und küsste die Hand des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein). Er lächelte mich an und ging weiter.

Wenn der Kalif der Zeit etwas wiederholt, so sollte man es aus Respekt annehmen und schweigen. Es genügt einmal auf etwas hinzuweisen. Man sollte die Aussage des Kalifen (möge Allah sein Helfer sein) nicht beurteilen.