Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
Nichts hat einen Anspruch darauf, ein Ziel der Liebe und Verehrung zu sein außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs.
Muslime die an den Imam Mahdi und Verheißenen Messias,,
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad Qadiani (as), glauben.

Auf der Schwelle zum Atomkrieg

Hintergrund

Die weltweite Ahmadiyya Muslim Gemeinde veranstaltet jährlich in der größten Moschee Westeuropas, in London, das Peace-Symposium (Friedenskonferenz). Im Bestreben, weltweit Frieden zu etablieren, werden hochrangige Mitglieder der Gesellschaft, Minister der Regierung, Botschafter, Mitglieder des House of Lord und House of Common, der Bürgermeister von London, eingeladen, um sich darüber zu verständigen, wie eine friedlichere Gesellschaft eingerichtet werden kann. Die hier vorliegende Rede wurde am 24.März 2012 an der 9. Friedenskonferenz als Hauptbeitrag von dem fünften Kalifen der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (Möge Allah seine Hand stärken), verlesen. Der Schwerpunkt dieses Symposiums war der „Internationale Frieden“.

Der Kalif, spirituelles Oberhaupt von mehreren zehn Millionen Gemeindemitgliedern, erläutert in dieser Ansprache eindringlich, dass angesichts der sich dramatisch zuspitzenden Ereignisse im Nahen Osten und weltweit eine Kultur der Brüderlichkeit, Verständigung, Rücksichtnahme und Gerechtigkeit von äußerster Notwendigkeit ist, da ansonsten die Fesseln eines weltweiten Krieges gelöst werden und davon auszugehen ist, dass dabei auch nukleare Waffen zum Einsatz kommen. Der Kalif zeichnet anschaulich nach, welch verheerenden Auswirkungen eine nukleare Katastrophe mit sich bringen würde und appelliert daher umso eindringlicher, die Wurzeln des Übels anzugehen und Schritte gegen eine naheliegende Katastrophe einzuleiten.

Angesichts der prekären Weltlage kann hiermit eine Stimme vernommen werden, die in tiefer Weisheit sich zu einem Zeitgeschehen äußert, das in seiner materialistischen Verengung eine spirituelle, geistige und moralische Reformation erfordert.

Im Namen Allahs des Gnädigen und immer Barmherzigen,

Sehr geehrte Gäste, Assalam-o-Alaikum Wa Rahmatullahe Wa Barakatohu – Frieden und Segnungen Allahs seien mit Ihnen.

Nach einem Jahr habe ich erneut die Gelegenheit, alle unsere ehrenwerten Gäste zu dieser Veranstaltung willkommen zu heißen. Ich bin Ihnen allen außerordentlich dankbar, dass Sie sich die Zeit genommen und heute hier erschienen sind.

In der Tat ist die Mehrheit von Ihnen mit dieser Veranstaltung bereits gut vertraut, welche als Friedenskonferenz bekannt geworden ist. Diese Veranstaltung wird jedes Jahr von der Ahmadiyya Muslim Jamaat organisiert und ist lediglich eine von unseren vielen Bemühungen in dem Bestreben, unseren Wunsch zu erfüllen, Frieden in der Welt zu etablieren.

Unter den Anwesenden sind heute einige neue Freunde, die dieser Veranstaltung erstmalig beiwohnen, während wiederum andere bereits alte Freunde sind, die unsere Anstrengungen seit vielen Jahren schon unterstützen. Ungeachtet dessen, sind Sie alle gebildet und teilen unseren Wunsch, Frieden in der Welt zu etablieren. Und eben dieser Wunsch ist es, der Sie alle zu dieser Veranstaltung kommen ließ. Sie alle sind heute mit dem Herzenswunsch hier, dass die Welt mit Liebe, Zuneigung und Freundschaft erfüllt werde. Es ist genau diese Grundhaltung und es sind diese Werte, nach denen sich die breite Mehrheit der Welt sehnt und derer sie auch bedarf. In Anbetracht all dessen, sind dies die Gründe, weshalb Sie allesamt, die von verschiedener Herkunft, Nation und Religion sind, heute vor mir sitzen.

Wie ich bereits sagte, halten wir diese Konferenz jedes Jahr ab; und bei jeder einzelnen Veranstaltung wird die gleiche Empfindung und die gleiche Hoffnung von uns allen ausgedrückt, nämlich dass sich der Frieden auf der Welt vor unseren Augen entwickeln und etablieren möge. Genauso bitte ich Sie alle jedes Jahr darum, sich nach Kräften zu bemühen, den Frieden zu fördern und voranzubringen, wo immer Sie die Möglichkeit dazu haben, und mit wem auch immer Sie in Kontakt stehen. Fernerhin richte ich an all jene, die mit politischen Parteien oder Regierungen in Verbindung stehen, die Bitte, diese Botschaft des Friedens auch in ihren Einflussbereich hineinzutragen. Es ist maßgeblich, dass jeder dafür sensibilisiert wird, dass zur Erreichung des Weltfriedens der Bedarf nach hohen und fundamentalen moralischen Werten größer denn jemals zuvor ist.

Die Welt muss ihren Schöpfer erkennen

Was die Ahmadiyya Muslim Jamaat betrifft, so verleihen wir, wo und wann immer sich die Gelegenheit dazu ergibt, unserer Sichtweise offen Ausdruck, dass es nur einen Weg gibt, um die Welt vor der Zerstörung und Verwüstung zu bewahren, auf die sie zuläuft; und dieser besteht darin, dass wir uns alle nach Kräften bemühen müssen, Liebe, Zuneigung und einen Sinn für Gemeinschaft zu verbreiten. Am wichtigsten ist hierbei, dass die Welt ihren Schöpfer erkennen muss, Der der eine und einzige Gott ist. Der Grund dafür liegt darin, dass erst die Erkenntnis des Schöpfers uns zu Liebe und Barmherzigkeit für Seine Schöpfung führt. Und wenn dies zu einem Teil unseres Charakters wird, werden wir auch zu Empfängern von Gottes Liebe.

Wir erheben fortwährend unsere Stimme und rufen nach Frieden in der Welt; und es ist der Schmerz und das Leid, die wir in unseren Herzen verspüren, die uns anspornen, uns darin zu bemühen, das Leiden der Menschheit zu verringern und die Welt, in der wir leben, zu einem besseren Ort zu machen. Tatsächlich ist diese Veranstaltung nur eine von unseren vielen Unter- nehmungen, um dieses Ziel zu erreichen.

Allenthalben Krieg und Unfrieden

Sie allesamt hegen ebenfalls diese gleichen noblen Wünsche, wie ich bereits ausführte. Überdies habe ich wiederholt auch Politiker und Religionsführer aufgerufen, sich um den Frieden zu bemühen. Dennoch sehen wir trotz all dieser Anstrengungen, dass Angst und Unruhe auf der gesamten Welt sich zunehmend verbreiten und wachsen. Wir finden in der heutigen Welt sehr viele Kämpfe, Unruhen und Krisen vor. In manchen Ländern bekämpfen sich Bürger und führen Kriege gegeneinander. In einigen Nationen kämpfen Bürger gegen ihre Regierung oder umgekehrt greifen die Machthaber ihre eigene Bevölkerung an. Terroristengruppen schüren Anarchie und Gesetzeslosigkeit, um ihre eigennützigen Interessen zu erreichen; und so töten sie willkürlich Frauen, Kinder und Ältere. In einigen Ländern bekämpfen sich politische Parteien gegenseitig als Mittel zur Erlangung der jeweils eigenen Interessen, anstatt für die Verbesserung ihrer eigenen Nationen zusammenzuarbeiten und sich zu einigen. Des Weiteren finden wir auch einige Regierungen und Länder vor, die fortdauernd ihre Blicke mit Neid auf die Ressourcen anderer Nationen richten. Die großen Mächte der Welt sind eingenommen von ihren Anstrengungen, ihre Vorrangstellung aufrechtzuerhalten, und lassen nichts unversucht in ihren Versuchen, dieses Ziel zu erlangen.

Kritische Stimmen werden unterdrückt

Eingedenk all dieser Tatsachen müssen wir feststellen, dass weder die Ahmadiyya Muslim Jamaat noch die Mehrheit von Ihnen, als Bürger dieser Gesellschaft, die Macht oder Autorität besitzen, Strategien und Politiken zu entwickeln, um eine positive Veränderung herbeizuführen. Der Grund ist, dass wir keine Regierungsgewalt inne haben oder ein Regierungsamt bekleiden. Tatsächlich würde ich sogar soweit gehen zu sagen, dass selbst die Politiker, zu denen wir freundschaftliche Beziehungen aufgebaut haben und die stets mit uns übereinstimmen, wenn sie in unserer Gesellschaft sind, nicht in der Lage sind, frei sprechen zu können. Stattdessen sind auch ihre Stimmen unterdrückt und sie sind daran gehindert, ihre Ansichten zu übermitteln. Dies liegt daran, dass sie entweder angehalten sind, Parteipolitiken zu befolgen, oder dass möglicherweise externer Druck von anderen Weltmächten oder politischen Verbündeten auf ihnen lastet, der sie niederdrückt.

Dennoch halten wir, die jedes Jahr an diesem Friedenssymposium teilnehmen, zweifellos an unserem Wunsch fest, Frieden zu stiften, und wir verlei- hen mit Gewissheit unseren Ansichten und Gefühlen Ausdruck, dass Liebe, Zuneigung und Brüderlichkeit zwischen allen Religionen, Nationen, ethnischen Gruppen und gewiss zwischen allen Menschen erreicht werden sollte; auch wenn wir bedauerlicherweise machtlos sind, diese Vision tatsächlich umzusetzen. Wir besitzen nicht die Autorität oder die Mittel, um jene Ergeb- nisse zu erzielen, nach denen wir uns sehnen.

Gerechtigkeit und Fairness müssen etabliert werden

Ich erinnere mich, dass ich genau in dieser Halle einige Jahre zuvor anlässlich unseres Friedenssymposiums eine Ansprache hielt, in der ich ausführlich die Wege und Mittel zur Erlangung des Weltfriedens beschrieb und dabei auch darüber sprach, wie die Vereinten Nationen arbeiten sollten. Im Anschluss daran kommentierte unser sehr nahestehender und verehrter Freund Lord Eric Avebury, dass diese Ansprache direkt vor den Vereinten Nationen hätte gehalten werden müssen. Gleichwohl war dies ein Ausdruck seines noblen Charakters, dass er in seiner Bemerkung derart großzügig und freundlich war. Was ich jedoch sagen möchte, ist, dass das ledigliche Halten oder Zuhören einer Ansprache oder einer Vorlesung nicht ausreicht und auch nicht zur Etablierung von Frieden führt. Fakt ist, dass das Haupterfordernis zur Erfüllung dieses obersten Ziels in der absoluten Gerechtigkeit und Fairness in sämtlichen Angelegenheiten liegt. Der Heilige Koran gibt uns in der Sure 4, im Vers 136 eine goldene Regel und Lehre vor und leitet uns in dieser Hinsicht. Dort heißt es, dass als Mittel zur Verwirklichung der Bedingungen von Gerechtigkeit, man sogar dann, wenn man gegen sich selbst, gegen die eigenen Eltern oder nahestehende Verwandte und Freunde Zeugnis ablegen und aussagen muss, dies tun sollte. Wahre Gerechtigkeit liegt dann vor, wenn persönliche Interessen für das Gemeinwohl beiseitegelegt werden.

Wenn wir über diese Regel auf der gemeinschaftlichen Ebene nachdenken, dann werden wir erkennen, dass unfaire, auf Reichtum und Einfluss basierende Lobbymethoden aufgegeben werden sollten. Stattdessen sollten die Vertreter und Botschafter jeder einzelnen Nation mit Aufrichtigkeit und dem Wunsch, die Prinzipien der Gerechtigkeit und Gleichheit zu unterstützen, hervortreten. Wir müssen alle Formen der Voreingenommenheit und Diskriminierung ausmerzen, da dies das einzige Mittel ist, Frieden zu erreichen. Wenn wir die Mitgliederversammlung der Vereinten Nationen oder den Sicherheitsrat betrachten, können wir erkennen, dass dort geäußerte Aussagen oder Reden oft großen Lob und Zustimmung erhalten; aber derartiger Beifall ist bedeutungslos, da die eigentlichen Entscheidungen bereits vorher festgelegt wurden.

Wenn folglich Entscheidungen auf der Grundlage von Druck oder Lobbyarbeit der großen Mächte entgegen gerechter und wirklich demokratischer Möglichkeiten gefällt werden, dann erweisen sich solche Reden als leer und bedeutungslos und dienen allein dem Schein und der Täuschung der Außenwelt. Jedoch bedeutet all dies nicht, dass wir entmutigt werden und aufgeben sowie alle unsere Bemühungen einstellen. Vielmehr sollte unser Ansatz darin bestehen, weiter damit fortzufahren, die Regierung an die Bedürfnisse der Zeit zu erinnern, indem wir uns im Rahmen der Gesetze des Landes bewegen. Wir müssen zudem solche Gruppen, die eigennützige Interessen verfolgen, in der passenden Art und Weise beraten, so dass auf der globalen Ebene sich Gerechtigkeit durchsetzen kann. Nur dann werden wir erleben können, wie sich die Welt in eine Stätte des Friedens und der Harmonie wandelt, etwas, das wir alle begehren und uns wünschen.

Sich trotzdem für den Frieden einsetzen

Deshalb können und dürfen wir unsere Anstrengungen nicht aufgeben. Wenn wir aufhören, unsere Stimmen gegen Grausamkeit und Ungerechtigkeit zu erheben, dann werden wir auch zu jenen gehören, die keine moralischen Werte oder Standards jeglicher Art haben. Es ist irrelevant, ob die Wahrscheinlichkeit besteht oder nicht besteht, dass unsere Stimmen gehört werden oder ob sie Einfluss ausüben können. Wir müssen damit fortfahren, anderen den Frieden nahezulegen. Ich bin stets hocherfreut, wenn ich sehe, dass so viele Menschen ungeachtet der Verschiedenheit ihrer Religion und Nationalität alleine um die Aufrechterhaltung menschlicher Werte willen zu dieser Veranstaltung kommen, um zuzuhören, zu lernen und darüber zu sprechen, wie Frieden und Barmherzigkeit in der Welt etabliert werden können. Daher möchte ich Sie alle bitten, Ihre besten Möglichkeiten ausschöpfend sich um Frieden zu bemühen, so dass wir den Hoffnungsschimmer erleuchtet halten können, dass eine Zeit kommen wird, in der wahrer Friede und Gerechtigkeit in allen Teilen der Welt verankert sein werden.

Gottes Zorn

Wir müssen in Erinnerung behalten, dass, wenn menschliche Versuche scheitern, letztlich der allmächtige Gott selbst das Schicksal der Menschheit beschließt und festlegt. Bevor jedoch Gottes Beschluss sich in Bewegung setzt und die Menschen dazu zwingt, sich Ihm zuzuwenden und die Rechte der Menschheit zu erfüllen, wäre es bei weitem besser, wenn die Menschen auf dieser Welt selbst lernen würden, diesen entscheidenden Angelegenheiten Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn der allmächtige Gott nämlich veranlasst wird, zu handeln, dann wird Sein Zorn die Menschheit in einer wahrlich strengen und Furcht einflößenden Art und Weise ergreifen.

Auf der Schwelle zu einem atomaren Weltkrieg

In der heutigen Welt könnte eine erschreckende Manifestation von Gottes Beschluss in der Form eines weiteren Weltkrieges auftreten. Es bestehen keine Zweifel darüber, dass die Konsequenzen eines solchen Krieges und seiner Zerstörung nicht nur auf den Krieg selbst oder gar diese Generation beschränkt bleiben würden. Tatsache ist, dass seine schrecklichen Folgen sich innerhalb mehrerer Generationen offenbaren werden. Allein eine tragische Konsequenz eines derartigen Krieges würde die Wirkung auf neugeborene Kinder sein, sowohl auf die, die jetzt geboren werden, als auch auf jene, die in der Zukunft das Licht der Welt erblicken. Die heute zur Verfügung stehenden Waffen sind dermaßen zerstörerisch, dass sie dazu führen könnten, dass über Generationen hinweg Kinder mit ernsthaften genetischen Defekten oder körperlichen Behinderungen auf die Welt kommen.

Japan ist jenes Land, das die schauderhaften Folgen des Atomkriegs erfahren hat, als es während des Zweiten Weltkrieges mit Nuklearbomben angegriffen wurde. Auch wenn man heute noch Japan besucht und die dortigen Bewohner trifft, kann man in ihren Augen sowie anhand dem, was sie sagen, ihre große Angst und ihren Hass auf den Krieg erkennen. Dabei waren die Nuklearbomben, die damals verwendet wurden und die eine großflächige Zerstörung verursacht haben, weitaus weniger gewaltig als jene Atomwaffen, die sich heute sogar im Besitz von kleinen Nationen befinden.

Nachhaltige Zerstörung durch nukleares Potential

Es wird gesagt, dass in Japan auch nach dem Verstreichen von sieben Dekaden die Wirkungen der Atombomben bei neugeborenen Kindern nach wie vor sichtbar sind. Wenn eine Person von einer Gewehrkugel getroffen wurde, dann ist es zuweilen möglich, dass sie mithilfe medizinischer Behandlung überlebt; aber wenn ein Nuklearkrieg ausbricht, dann haben diejenigen, die in der Schusslinie stehen, dieses Glück nicht. Stattdessen werden wir erleben, dass Menschen augenblicklich sterben und wie Statuen einfrieren, und ihre Häute geradezu wegschmelzen. Trinkwasser, Essen und Vegetation werden kontaminiert und durch Strahlung verseucht sein. Wir können uns lediglich vorstellen, zu welchen Arten von Erkrankungen eine solche Verseuchung führen wird. Auch an solchen Orten, die zwar nicht direkt angegriffen werden und in denen die Wirkungen der Strahlung etwas geringer ausfallen, nimmt das Risiko für Erkrankungen und Leiden merklich zu und auch dort tragen zukünftige Generationen größere Gefahren mit sich.

Folglich werden die zerstörerischen und verheerenden Konsequenzen eines solchen Krieges nicht alleine auf den Krieg selbst und sein Nachspiel beschränkt bleiben, sondern von Generation zu Generation weiter fortbestehen, wie ich schon bereits ausführte. Dies sind die eigentlichen Folgen eines derartigen Krieges und dennoch gibt es auch heute noch selbstsüchtige und törichte Menschen, die außerordentlich auf ihre Erfindungen stolz sind und das, was sie entwickelt haben, als ein Geschenk an die Welt bezeichnen.

Die Wahrheit ist, dass die angeblich nutzbringenden Aspekte der Nuklearenergie und -technologie außergewöhnlich gefährlich sein und zu breiter Vernichtung führen können, sei dies aufgrund fahrlässigen Verhaltens oder durch Unfälle. Wir haben bereits solche Katastrophen mitansehen können, wie beispielsweise den Nuklearunfall, der sich 1986 in Tschernobyl, heute Teil der Ukraine, ereignete, und gerade letztes Jahr erst in Japan nach dem Erdbeben und dem Tsunami, so dass dieses Land wiederum großer Gefahr entgegensehen musste und in Angst versetzt wurde. Wenn solche Ereignisse eintreten, dann ist es auch mit großen Schwierigkeiten verbunden, die betroffenen Gebiete wieder zu besiedeln. Infolge ihrer einzigartigen und tragischen Erfahrungen sind die Japaner besonders vorsichtig geworden, ja, gewiss ist ihr Gefühl für Angst und Terror vollkommen gerechtfertigt.

Es ist eine offenkundige Feststellung, dass Menschen in Kriegen sterben. Als deshalb Japan in den Zweiten Weltkrieg einstieg, waren sich dessen Regierung und Bevölkerung nur allzu gut bewusst, dass einige Menschen ihr Leben lassen würden. Es heißt, dass schätzungsweise drei Millionen Menschen in Japan gestorben sind, was ungefähr vier Prozent der Landesbevölkerung ausmachte. Auch wenn mehrere andere Länder weitaus größer ausfallende Zahlenverhältnisse von Toten im Hinblick auf ihre Gesamtbevölkerung zu beklagen haben, sind der Hass und die Abneigung gegen Krieg, die wir bei Japanern vorfinden können, im Vergleich zu anderen deutlich ausgeprägter. Dies hat sicherlich seinen Grund in den Nuklearbomben, die im Zweiten Weltkrieg über Japan abgeworfen wurden, und in den daraus resultierenden Folgen, welche sie nach wie vor miterleben und auch heute noch ertragen. Japan hat Größe und Widerstandsfähigkeit bewiesen, indem es relativ schnell seine Städte wieder besiedeln und rehabilitieren konnte.

Teile der Welt könnten von der Weltkarte weggefegt werden

Aber es muss deutlich gesagt werden, dass im Falle eines erneuten Einsatzes von nuklearen Waffen im hier und jetzt es durchaus möglich ist, dass Teile bestimmter Länder ganz und gar von der Weltkarte weggefegt werden. Sie könnten aufhören, zu existieren.

Vorsichtige Schätzungen legen die Anzahl der Toten des Zweiten Weltkrieges auf etwa 62 Millionen fest, wobei es aber auch heißt, dass ungefähr 40 Millionen von den Getöteten Zivilisten waren. Mit anderen Worten ausgedrückt, es haben mehr Zivilpersonen ihre Leben verloren als Soldaten. Eine derlei Vernichtung ist widerfahren trotz des Faktums, dass mit Ausnahme von Japan überall sonst in althergebrachter Weise Krieg geführt und mit konventionellen Waffen gekämpft wurde.

Das Vereinigte Königreich musste einen Verlust von zirka einer halben Millionen Menschen ertragen. Freilich war das Vereinigte Königreich damals noch eine Kolonialmacht gewesen, so dass auch dessen Kolonien in seinem Auftrag kämpften. Wenn wir ihre Verluste mit einbeziehen, dann steigt die Anzahl der Toten auf Millionen. Allein in Indien haben um die 1,6 Millionen Menschen ihr Leben verloren.

Jedoch ist die Situation heute anders und genau jene Länder, die einst Kolonien des Vereinigten Königreichs waren und für das Britische Weltreich gekämpft haben, könnten nun im Falle eines Kriegsausbruchs gegen Großbritannien in den Kampf ziehen. Obendrein haben inzwischen auch kleine Nationen, wie ich bereits erwähnt habe, nukleare Waffen in ihren Besitz gebracht.

Nuklearwaffen in den Händen der Falschen

Was eine besonders große Angst auslöst, ist das Wissen, dass derartige nukleare Waffen in den Händen solcher Menschen gelangen können, die entweder nicht die Fähigkeit dazu haben oder aber sich dagegen entscheiden, über die Konsequenzen ihrer Handlungen zu reflektieren. Die Wahrheit ist, dass solchen Menschen die Konsequenzen noch nicht einmal kümmern; sie sind kriegslüstern.

Wenn daher die großen Mächte nicht mit Gerechtigkeit agieren, die Frustrationen der kleineren Nationen nicht beseitigen und keine bedeutenden und weisen Politiken und Strategien aufnehmen, dann wird die Lage außer Kontrolle geraten und die Zerstörung, die darauf folgen wird, wird außerhalb unseres Verstehens und unserer Vorstellung sein. Selbst der Großteil der Welt, der sich nach Frieden sehnt, wird ebenfalls in dieser Verwüstung versinken.

Deswegen ist es mein inständiger Wunsch und meine Hoffnung, dass die Führer aller großen Nationen zur Erkenntnis dieser schauderhaften Realität gelangen, und so anstatt der Übernahme aggressiver Politiken und Ausübung von Machtgewalt, um ihre Ziele und Zwecke zu erreichen, sich vielmehr darin engagieren, solche Politiken zu verfolgen, die Gerechtigkeit fördern und sichern.

Ein Krieg an der Grenze Europas

Kürzlich sprach ein sehr ranghoher russischer Offizier eine ernsthafte Warnung über die potentielle Gefahr eines Nuklearkriegs aus. In seiner Ansicht würde ein solcher Krieg nicht in Asien oder wo anders, sondern an den Grenzen Europas geführt werden, und die Bedrohung würde wohl von den osteuropäischen Ländern ausgehen und sich auch dort entzünden. Zwar würden einige Personen sagen, dass dies lediglich seine persönliche Meinung ist, aber ich halte seine Ansichten nicht für undenkbar. Allerdings glaube ich aber, dass im Falle eines Kriegsausbruchs es sehr wahrscheinlich ist, dass auch die asiatischen Länder involviert werden.

Eine andere Nachrichtenmeldung, die jüngst umfassende Aufmerksamkeit in den Berichterstattungen der Medien erhielt, betrifft die Ansichten eines vor Kurzem erst in den Ruhestand getretenen Chefs des israelischen Geheimdienstes Mossad. Während eines Interviews mit dem wohlbekannten amerikanischen Fernsehsender CBS sagte er, dass es sichtbar wurde, dass die israelische Regierung Krieg gegen Iran führen möchte. Er äußerte, dass im Falle dessen, dass ein solcher Angriff realisiert werden würde, es dann unmöglich wäre zu wissen, wo und wie ein derartiger Krieg ein Ende finden wird. Dementsprechend riet er vehement von einem Angriff ab.

Diesbezüglich ist meine Auffassung, dass ein solcher Krieg mit einer nuklearen Zerstörung enden wird.

Parallelen zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg

Neulich bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem der Verfasser angab, dass die gegenwärtige Lage der Welt Ähnlichkeiten zu der Situation in 1932 aufweist, sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht. Er schrieb, dass in bestimmten Ländern die Menschen kein Vertrauen zu ihren Politikern oder sogenannten Demokratien hatten. Ebenso führte er auch aus, dass es eine Reihe weiterer Ähnlichkeiten und Parallelen gab, die zusammengenommen das gleiche Bild heute ergeben, welches kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beobachtet werden konnte.

Einige mögen seiner Analyse widersprechen, ich hingegen stimme mit ihr überein; und deshalb glaube ich, dass die Regierungen der Welt im höchsten Maße beunruhigt und über den derzeitigen Stand der Dinge besorgt sein sollten. In ähnlicher Weise sollten auch die ungerechten Machthaber einiger muslimischer Länder, deren einziges Ziel darin besteht, an ihrer Macht mit allen Mitteln und um jeden Preis festzuhalten, zu Sinnen kommen. Andernfalls werden ihre Handlungen und ihre Torheit die Mittel ihres Untergangs sein; und sie werden ihre jeweiligen Länder in eine außerordentlich erschreckende Zwangslage führen.

Wir, die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat, versuchen unser Äußerstes, um die Welt und die Menschheit vor einer Vernichtung zu bewahren. Dies liegt daran, dass wir in dieser Ära den Imam der Zeit anerkannt haben, der von Allah als der Verheißene Messias  gesandt wurde und als ein Diener des Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) erschienen ist, der selbst als eine Barmherzigkeit für das gesamte Menschengeschlecht entsandt worden war.

Weil wir eben den Lehren des Heiligen Propheten (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) folgen, fühlen wir angesichts der Lage der Welt auch diesen außergewöhnlichen Schmerz und Kummer in unseren Herzen. Dieser Schmerz ist es, der uns in unseren Bemühungen antreibt, die Menschheit vor Vernichtung und Leiden zu bewahren zu versuchen. Darum sind sowohl alle anderen Ahmadi Muslime als auch ich bestrebt darin, unsere Verantwortungen zu erfüllen, um Frieden auf der Welt zu erreichen.

Briefe an den Papst, Netanjahu und Ahmadinejad

Ein Weg, durch den ich versucht habe, Frieden zu fördern, bestand darin, dass ich eine Reihe von Briefen an bestimmte Führungspersonen der Welt geschrieben habe. Einige Monate zuvor schrieb ich einen Brief an Papst Benedikt, der ihm durch einen Ahmadi Vertreter von mir persönlich überbracht wurde. In diesem Schreiben äußerte ich ihm gegenüber, dass er als Oberhaupt der größten Religionsgemeinschaft der Welt sich nach Kräften darum bemühen sollte, Frieden zu etablieren. Beobachtend, dass die Feindseligkeiten zwischen Iran und Israel zu einem sehr gefährlichen Grad überkochen, sandte ich jüngst in ähnlicher Form auch Briefe an Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und Irans Präsident Mahmud Ahmedinejad, in denen ich sie dringlich gebeten habe, beim Fällen von Entscheidungen jegliche Arten von Hast und Leichtsinnigkeit um der Menschheit willen aufzugeben. Ebenso habe ich kürzlich auch an Präsident Barack Obama und Kanadas Premierminister, Stephen Harper, geschrieben, indem ich beide dazu aufgerufen habe, ihre Rollen und Verantwortungen für die Entwicklung von Frieden und Harmonie in der Welt wahrzunehmen.

Ich beabsichtige ferner, in der nahen Zukunft auch andere Staatsoberhäupter und Machthaber anzuschreiben und zu warnen.

Ich weiß nicht, ob meinen Briefen irgendein Wert oder Gewicht von den verschiedenen Oberhäuptern, die ich angeschrieben habe, beigemessen wird; aber wie auch immer ihre Reaktionen ausfallen mögen, so ist doch ein Versuch meinerseits unternommen worden, als Kalif und spirituelles Oberhaupt von Millionen von Ahmadi Muslimen weltweit ihr Empfinden und ihre Gefühle bezüglich der gefahrvollen Lage der Welt zu übermitteln.

Wohlgemerkt, ich habe diesen Empfindungen nicht aufgrund irgendwelcher persönlichen Ängste Ausdruck verliehen, vielmehr resultiert mein Ansporn aus aufrichtiger Liebe für die Menschheit.

Eine Barmherzigkeit für die Menschheit

Diese Liebe für die Menschheit hat sich bei allen wahrhaftigen Muslimen durch die Lehren des Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) entwickelt und eingeträufelt, der, wie ich bereits erwähnte, als Träger von Barmherzigkeit und Mitgefühl für die gesamte Menschheit entsandt worden war.

Vermutlich werden Sie sehr überrascht oder gar geschockt sein zu hören, dass unsere Liebe für die Menschheit ein unmittelbares Ergebnis der Lehren des Heiligen Propheten (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) ist. Vielleicht fragen Sie sich, warum es dann muslimische Terroristengruppen gibt, die unschuldige Menschen umbringen, oder warum es muslimische Regierungen gibt, die um ihre Machtsitze zu schützen, die Massentötungen von ihren eigenen Bürgern anordnen.

Der Messias reformierte den Islam

Lassen Sie mich klarstellen, dass in Wahrheit solche bösartigen Akte den tatsächlichen Lehren des Islam vollkommen gegensätzlich sind. Der Heilige Koran erlaubt unter keinen Umständen Extremismus oder Terrorismus.

Gemäß unserem Glauben hat der allmächtige Gott in diesem Zeitalter den Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadian (Friede sei auf ihm) als den Verheißenen Messias und Imam Mahdi in vollkommener Unterordnung dem Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) entsandt. Der Verheißene Messias (Friede sei auf ihm) ist geschickt worden, um die wahren und wirklichen Lehren des Islam und des Heiligen Koran zu verbreiten. Er ist gesandt worden, um eine Bindung zwischen Mensch und dem allmächtigen Gott zu fördern. Er ist geschickt worden, um die Rechte, die ein Mensch einem anderen schuldet, festzustellen und zu erkennen. Er ist entsandt worden, um jegliche religiösen Kriege zu beenden. Er ist geschickt worden, um Respekt, Würde und Ehre für jeden Religionsstifter und jeden Propheten aus jeder Religion zu etablieren. Er ist gesandt worden, um die Aufmerksamkeit auf die Erreichung hoher Standards von moralischen Werten zu lenken und um Frieden, Liebe, Zuneigung und Brüderlichkeit auf der gesamten Welt zu stiften.

Wenn Sie irgendeinen Teil der Erde aufsuchen, werden Sie diese Qualitäten in allen wahren Ahmadi Muslimen tief verwurzelt vorfinden. Für uns sind weder Terroristen noch Extremisten Vorbilder, sowie auch die grausamen muslimischen Diktatoren für uns keine Leitbilder darstellen und ebenso ha- ben auch die westlichen Mächte keine Vorbildfunktion für uns. Das Beispiel, dem wir folgen, ist das Vorbild des Gründers des Islam, des Heiligen Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm); und unsere Richtschnur ist der Heilige Koran.

Die Botschaft des Islam ist die der Liebe, Zuneigung, Güte und Frieden

Demgemäß sende ich von diesem Friedenssymposium aus eine Nachricht an die gesamte Welt, nämlich dass die Botschaft und die Lehren des Islam die der Liebe, Zuneigung, Güte und Frieden sind.

Traurigerweise sehen wir eine kleine Minderheit von Muslimen, die ein vollkommen verzerrtes Bild des Islam präsentiert und entsprechend ihrer fehlgeleiteten Gesinnung handelt. Ich möchte Ihnen allen gegenüber bemerken, dass Sie dies nicht als den wahren Islam betrachten und demgemäß solche irregeleitete Akte nicht als einen Freibrief benutzen sollten, die Gefühle der friedliebenden Mehrheit der Muslime zu verletzen oder sie zur Zielscheibe von Grausamkeit zu machen.

Der Heilige Koran ist das heiligste und ehrwürdigste Buch für alle Muslime; folglich wird die Verwendung beleidigender und abfälliger Sprache oder seine Verbrennung die Gefühle von Muslimen schmerzlich verletzen. Wir haben mitansehen können, dass derartige Ereignisse oft zu völlig falschen und unpassenden Reaktionen von extremistischen Muslimen führen.

Gegenseitige Feindseligkeit unterbinden

Erst kürzlich haben wir von zwei Vorfällen in Afghanistan erfahren, bei denen amerikanische Soldaten den Heiligen Koran respektlos behandelt sowie unschuldige Frauen und Kinder in ihren Häusern umgebracht haben. Vergleichbar dazu hat eine erbarmungslose Person einige französische Soldaten im Süden Frankreichs ohne jeglichen Grund erschossen und einige Tage darauf schließlich eine Schule betreten und drei unschuldige jüdische Kinder sowie einen ihrer Lehrer getötet.

Wir können feststellen, dass dieses Verhalten ganz und gar falsch ist und niemals zu Frieden führen kann. Wir können ebenfalls sehen, dass derlei Grausamkeiten sich regelmäßig in Pakistan und anderenorts ereignen; und so bieten all diese Akte den Gegnern des Islam Stärkung für ihren Hass sowie einen Vorwand, auf dem basierend sie großflächig ihre Ziele verfolgen. Solche barbarischen Taten leiten sich, wenn sie kleinräumig verübt werden, nicht von persönlichen Feindseligkeiten oder Groll ab, sondern sind in der Tat vielmehr das Ergebnis von ungerechten Politiken, die von bestimmten Regierungen verfolgt werden, sowohl im inländischen als auch internationalen Bereich.

Islam verbietet Grausamkeit und Unterdrückung

Um Frieden in der Welt etablieren zu können, ist es daher erforderlich, dass angemessene Standards der Gerechtigkeit in jedem Bereich und in jedem Land der Erde entwickelt werden. Der Heilige Koran hat das grundlose Töten einer einzelnen unschuldigen Person mit dem Töten der gesamten Menschheit gleichgesetzt.

Als Muslim möchte ich daher nochmals unumstößlich deutlich machen, dass der Islam Grausamkeit oder Unterdrückung in keinster Weise, Form oder Art gestattet. Das ist ein Gebot, welches unabänderlich ist und keine Ausnahme kennt. Der Koran legt weiter fest, dass sogar die Feindseligkeit einer Nation bzw. Person einen nicht davor zurückhalten darf, vollkommen gerecht und fair mit ihnen umzugehen. Es darf nicht sein, dass irgendwelche Feindschaften oder Rivalitäten einen zur Rache oder ungebührlichem Handeln verleiten. Ein anderes entscheidendes Gebot, welches uns der Heilige Koran auferlegt, lautet, die Reichtümer und Ressourcen anderer nicht mit neidischen oder gierigen Blicken zu betrachten.

Ich habe lediglich einige wenige Punkte angesprochen, aber es handelte sich hierbei um besonders bedeutsame Themen, da sie die Grundlage für Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft sowie auch in der weiten Welt bilden. Ich bete, dass die Welt diesen Schlüsselfragen Aufmerksamkeit widmen möge, so dass wir vor der Vernichtung der Welt bewahrt werden, auf die wir durch ungerechte und unaufrichtige Personen zugetrieben werden.

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch dafür entschuldigen, dass ich doch etwas Zeit in Anspruch genommen habe, aber Tatsache ist, dass das Thema der Friedensicherung wirklich äußerst wichtig ist.

Die Zeit läuft davon und wir alle müssen den Erfordernissen der Gegenwart große Beachtung und Aufmerksamkeit widmen, bevor es zu spät wird.

Gratulation an Queen Elizabeth II.

Bevor ich meine Rede beende, möchte ich noch über etwas anderes Wichtiges sprechen. Wie uns allen bekannt ist, wird in diesen Tagen das diamantene Jubiläum Ihrer Majestät, Queen Elizabeth II, begangen. Drehen wir die Uhr 115 Jahre zurück zum Jahr 1897, als das diamantene Jubiläum von Queen Victoria gefeiert wurde. Damals sandte der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat eine Gratulationsbotschaft an Queen Victoria. In seiner Botschaft überbrachte er sowohl die Lehren des Islam als auch Gebete für die Britische Regierung und das lange Leben der Queen. Dabei schrieb der Verheißene Messias (Friede sei auf ihm) in seiner Botschaft auch, dass die beste Eigenschaft ihrer Regierung sich dadurch auszeichnet, dass unter ihrem Regiment allen Menschen religiöse Freiheit gewährt worden ist.

Heute regiert die Britische Regierung nicht mehr über den Subkontinent, aber nach wie vor sind die Prinzipien der Religionsfreiheit in der britischen Gesellschaft sowie in ihrer Gesetzgebung tief verwurzelt, durch die jeder Person religiöse Freiheit gewährt ist.

In der Tat kann ein sehr schönes Beispiel für diese Freiheit heute Abend miterlebt werden, wo selbst Angehörige verschiedenster Glauben, Religionen und Meinungen an einem Ort mit dem gemeinsamen Bestreben zusammengekommen sind, nach Frieden in der Welt zu suchen.

Insofern möchte ich diesen Anlass nutzen, Queen Elizabeth II. innigste Beglückwünschungen auszusprechen, und zwar mit den gleichen Worten und Gebeten, die der Verheißene Messias (Friede sei auf ihm) verwendete. Er sagte:

„Mögen unsere Gratulationen gefüllt mit Zufriedenheit und Dankbarkeit unserer mitfühlenden Queen gegenüber übermittelt werden. Und möge die ehrenwerte Queen stets glücklich und zufrieden sein.“

Der Verheißene Messias (Friede sei auf ihm) brachte außerdem Gebete für Queen Victoria dar. Ich verwende wiederum seine Worte, um für Queen Elizabeth zu beten:

„Oh mächtiger und erhabener Gott, halte unsere ehrenwerte Queen durch Deine Gnade und Segnungen stets glücklich, so wie auch wir unsere Leben unter ihrer Gunst und ihrem Wohlwollen glücklich verbringen; und sei ihr gütig und mit Liebe zugeneigt, in der gleichen Art und Weise wie wir unter ihrer großzügigen und gerechten Regentschaft in Frieden und Wohlergehen leben.“

Dies sind Gefühle der Dankbarkeit, die jeder Ahmadi Muslim empfindet, der ein britischer Staatsbürger ist.

Am Ende möchte ich erneut Ihnen allen aus den Tiefen meines Herzens meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Durch Ihr Kommen haben Sie Ihre Liebe, Zuneigung und Brüderlichkeit gezeigt.

Vielen Dank.

Bildmotiv: International Campaign to Abolish Nuclear Weapons; Lizenz: Creative Commons